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Anmerkungen
Strassen Wiens und in den Herzen seiner Vertheidigcr anssah, so würde er ohneZweifel gethan haben, was ihm Or, Springer siebenzchn Jahre später wohlmeinendrieth. Da er aber jene Sehergabe nicht besaß, musste er wohl erst die Wirkung seinerErfolge vom 28, abwartcn und das um so mehr, als der hartnäckige Widerstand aujenem Tage doch wahrhaftig nicht darnach war, einen so plötzlichen und allgemeinenKleinmuth, wie er am 29, Vormittags in der That eintrat, vcrmnthcn zu lassen.„Aber", so kann mau fragen, „belehrten ihn nicht die Schilderungen der Deputatio-nen des Gcmeinderathes, wie cs mit der Stadt standV" Die Deputationen des Gc-mcindcrathcs hatten ihn vom ersten Tage glauben machen wollen, cs bedürfe nur desEinmarsches seiner Trupveu, um der Stadt in der kürzesten Zeit Herr zu werden,und trotz dieser Schilderungen halten die Kämpfe am 26, nnd 28, Blut genug ge-kostet; konnte sich also der Oberseldherr auf die Versicherungen von jener Seite ver-lassen? Daß am 26, Abends die verlassene Steru-Barricadc nicht gleich besetzt wurde,war doch jedenfalls nicht die Schuld des Fürste» Windischgrätz, dem neben der All-wissenheit auch die Eigenschaft der Allgcgcnwart nicht zu statten kam. Warum Whss,der an jenem Punkte commandirte, die eine Zeit hindurch entblößte Barricadc nichtbesetzte, geschah darum, weil er in jenem Augenblicke höchst wahrscheinlich von diesemVerhältnisse nichts wußte; weil er, wenn er darum wußte, eine ihm gelegte Fallebesorgen durfte; weil seine Truppen durch den tagelang«! Kampf bereits ermüdetwaren; weil er die Verbindung mit den Truppen des Banns im Prater noch nichtgesichert hatte, und weil die Linie von Floridsdorf bis znm Nordbahnhof, die ihm zuverthcidigcn oblag, ohnehin ausgedehnt genug war.
299) S, 298, Die tyrolischc Deputation kam am 29, Morgens in Olmüz an.Die Adresse der Ruthenen datirte vom 28,; überreicht wurde sie aber erst in den erstenNovembcrtagen, Die Ergebenheits-Adresse Radecky's im Namen der italienischen Ar-mee wurde um den 22, von Mailand abgesendet; wann sie am kaiserlichen Hoflagcrcintraf, wissen wir nicht anzugebcn,
210) S, 299, Der Aufruf war nach dem „Soldatenfrennd" Nr, 35 und 36,S. 160 f, am 16, October ergangen; gezeichnet war er nur allgemein: „Im MonatOetober 1848", Uiitcrfertiger, und vermuthlich Verfasser desselben, waren: Calm,Hauptmann im 6, Garn.-Bat,, Flcckhammer, Hauptmann im Minenrcorps,
211) S, 299. Die Deputation des slovenischen Vereins an den Gouverneurfand am 24. statt: die in unserem Text vorangestellte Motivirnng dagegen ist einemBeschlüsse desselben Vereins vom 15. entnommen, dessen vollständigen Wortlaut manbei Fcnneberg II, S. 251 f. findet.
212) S, 301. Welcker in der Panlskirche am 30, November 1848, S, 3694.
213) S, 303. Die Adresse der Stadt Steher vom 24,, (Grätzer) „Volks-Ztg,"Nr, 20, S, 79 f, die des deutschen Central-Vereins in Reichenberg vom 29,, Extra-Beil, zu Nr, 32 der „DeutschenZeitung aus Böhmen"; jene der Stadt Bielitz, ohneTagesangabe, „Brünncr Ztg," Nr, 310 (N, F. Nr, 33). Die Steyrer Adresse be-schwerte sich namentlich über die Absperrung der Verkehrsstraßen nach Wien „nnddas als Absatzort der bedeutenden Eisen-Manufactur unserer Stadt höchst wichtigePest"; „zwischen unserem Fleiße nnd seinem gerechten Lohne starrt ein Wald vonBajonetten", Ebenso betonte die Reichcnberger Adresse mit Nachdruck den „Zustandder Trostlosigkeit, der in de» gegenwärtigen Conjunctnren der Geschäfte nur zu sehrseine Begründung findet"; dauere dieser Zustand noch eine Zeit fort, dann müßtenHunderte von Fabriken ihre Arbeit einstellen und tausende von Arbeitern brodloSmachen und der Verzweiflung PreiSgebeu, aus deren betriebsamem Stande man „eine