Anmerkungen.
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getnmnicl. Wir hatten im Ausschüsse nichts mehr zu thun, wir sehnten uns vonHerzen nach Ablösung" :c. Schusetka S. 411 f.
205) S. 292. Doch wäre das Knbcnik und Trampusch bald übel bekommen.Beide hatten sich aus verschiedenen Ursachen spät Abends in die Nahe der Universitätbegeben, wo sie von dort hcrumlungerndem Gesindel ergriffen und trotz aller Vor-stellungen in das Gebäude geschleppt wurden. Im Saale der Aula saß noch aneinem kleinem Tische, von welchem ein Talglicht in blechernem Leuchter einen mattenSchein verbreitete, ein vereinsamtes Mitglied des ansciuandergegangeuen Studenten-ausschusses, das Haupt voll düsterer Gedanken ans beide Ellbogen gestützt; ringsumauf Stroh lagen ermüdete Kämpfer in tiefem Schlaf, als ein dumpfer Lärm in derHalle hörbar wurde, der sich immer lauter und vernehmbarer die Stiege herauf wälzte.Die Thürcn wurden anfgcrissen und ein Gefangener, bald darauf ein zweiter mitdem Rufe: „Ein Schwarzgclber! Aushängen!" hcreingezcrrt; die aus dem Schlafegeweckten Mobilen drängten sich mit um den Tisch und halfen mit schreien: „Anf-hängcn! Latourisircu!" Mit Mühe gelang cs die Aufgeregten zu beschwichtigen.Beweise, daß Knbenik oder Trampusch „zur Niederlegnng der Waffen", wie sic be-schuldigt wurden, anfgefordcrt hätten, ließen sich nicht Vorbringen, und beide wurdenmit der Mahnung entlassen, sich nicht wieder unbewaffnet und mit Cylindern in derNähe der Universität blicken zu lassen. Siehe die ganze Scene ausführlich beschriebenin Rosenfeld's Stndcntcn-Comitck S. 344—346.
206) S. 292. Schütte S.-56. Dagegen sagt, in anderer GcmnthSstimmung,Grüner a. a. O. S. 283: „Wien glich in dieser Nacht einem großen Friedhof, aufwelchem die Freiheit zu Grabe getragen worden."
207) S. 295. Fenneberg sagt zwar II, S. 357*): „Ans Misverständniswahrscheinlich wurden zweien unserer Abgesandten die Pferde unter dem Leibe erschos-sen." Da er aber nicht näher angicbt, bei welcher der zahlreichen Deputationen undwelchem der Depntirten eS geschehen sei ; da andere Schriftsteller davon nichts erwäh-nen, und da wir mehrfach nachgewiesen zu haben glauben, daß es Fenn eberg mitder Wahrheit nicht eben zu genau nimmt, müssen wir seine Angabe dahingestelltsein lassen.
208) S. 296. Schuselka läßt sich in seinem „Revolutionsjahr" S. 421—424eingehend darüber ans, daß es nur Lei Windischgrätz gestanden habe, um ein PaarTage früher in die Stadt zu kommen; und Anton Springer, dem Oesterreich-freundlichen, ist cs natürlich ein Vergnügen, sich in gleichem Sinne gegen den Feld-marschall ausznlasscn. „Am 26. wollte er nur rccognosciren und gab daher selbstdie im Laufe des Tages errungenen Vortheile wieder auf, ließ z. B. die Barricadeam Ansgange der Jägcrzcile unbesetzt", Geschichte Oesterreichs seit dem Wiener Frie-den II, S. 575. „Am 29. October und noch am Vormittage des nächsten Tagesherrschte in Wien die hoffnungsloseste Stimmung so allgemein, daß der Einmarsch derTruppen gewiß in aller Ruhe vor sich gegangen wäre"; aber „dem steifen förmlichenWesen des Feldherr:: waren alle raschen Entschließungen in hohem Grade zuwider".Ebenda S- 577. — Wer unangefochten in: warmen Zimmer an seinem Schreibtischesitzt, sollte doch einigermaßen billig in seinem llrtheile über Männer sein, deren Beruffolgenschweres Handeln in Sturm und Gefahr gewesen. Auch wir können uns nichtin allen Punkten mit den Anschauungen Windischgrätz' einverstanden erklären; alleinwir glauben uns von dem Vorwürfe frei, irgendwo leichtfertig oder geradezu sach-widrig abgesprochcn zu haben. Wenn Windischgrätz ein weittragendes Perspecriv ge-habt hätte, um Von Hctzcndorf zu erkennen, wie cs an: 29. Vormittags in den