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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Anmerkungen.

Verrath, wie auch die großen Verluste der Truppen, darunter mehrere Officicrc, denBeweis vom Gcgeuthcil liefern. Wenn im Gegensätze zur frühere» Einnahme derLandstraße, Fennebcrg II, S. 382 von den steirischen Schützen, von Hanck'S Elite-corps, von den Brünncr und Linzer Nationalgarden rühmt, sic hätten von 11 UhrVormittag« bis 7 Uhr Abends „gekämpft", so ist dab ein etwas unpassender Aus-druck. Sic haben diese ganze Zeit hindurch standhaft ans ge halten, das läßt sichnicht leugnen; aber sobald ihnen einmal das Militär ans den Leib gerückt kam, liefendie Nertheidigcr in der Jägerzeile gerade so schnell wie jene ans dem Kirchplatze derLandstraße, als die Trommeln Wimmcr's in ihrem Rücken hcrangewirbelt kamen. Einunbefangener Beobachter der Wiener October-Kämpfe sagt von denselben mit vollemRecht: „Der Widerstand war kein Saragossanischcri man kämpfte nirgends mit blankerWaffe, Brust gegen Brust, Auge gegen Auge."

173) S. 251. Wir müssen hier die Bemerkung einschalteu, daß nach unserenErsahrnngen militärische Berichte über Unternehmungen, an denen verschiedene Trnppen-körper theilgenommcn, immer mit großer Vorsicht zu benützen sind. Der Einzelneim Gefecht übersieht nur eine kleine Partie desselben und hat den natürlichen Hang,seiner Truppe das größtmögliche Verdienst zuzuschreiben. Die Controle durchZeugenaussagen anderweitiger Betheitigter thut da immer Noth. So stellt der denunbestreitbaren Verdiensten Ramberg's gewidmete Aussatz im „Oestcrr. Soldatenfrd."185t), Nr. 129: „Die Einnahme der Brigittenau und der Vorstadt Leopoldstadt imOktober 1848" von Stk. (Strack?) die Ereignisse am linken Douaunfer so dar, alsob erst der um '/^3 Uhr N.--M. von Namberg abgeschickte Oberst Pott die Vertrei-bung der Ausständischen von der Franzensbrücke, und zwar Linnen einer halbenStunde, zuwege brachte. S. dagegen ebenda Nr. 137: „Zur Geschichte der Ein-nahme der Leopoldstadt im Oktober 1848", deren eingehende Darstellung wir unseremTexte zu Grunde legten.

174) S. 252. So beschreibt cs im „Oesterr. Courier". Nr. 265, S. 1064 einunfreiwilliger Thcilnehmcr am Kampfe „in einer Gasse, an deren Ende sich eineBarricade befand; hinter derselben schimmerten die Bäume des Praters heraus".Damit kann nur die große Stadtgutgasse gemeint sein. Als er und seine zwei Lei-densgenossin einen unbewachten Augenblick benützen wollten um zu entschlüpfen, riefein Officier der Mobilen, der das gewahr wurde: „Wenn Sie nicht augenblicklich da-bleiben, lasse ich aus Sie schießen."

174I>) S. 253. Ohne Zweifel dieselbe Amazone, die an A. Skofitz: „Ge-schichten aus den Octoberlagcn Wiens" („Oesterr. Courier" Nr. 264, S. 1060) einenbegeisterten Darsteller fand: „Ich sah ein Mädchen, jung und schön, in idealischemflatternden Gewände mit geschwungenem Säbel dahin fliegen; alles jauchzte ihr zu,alles fühlte sich gehoben und die Bewaffneten beschleunigten mit glühenden Wangenihre Schritte ; selbst Damen, alte und junge, sahen ihr freundlich lächelnd nach."

17») S. 253. Fiister II, S. 216 f. vcrgl. mit Duudcr S. 740, welcherletztere dabei einen schönen Zug des im Spitale des ConvictsgebäudeS angestclltcnChirurgen Moritz Auspitz erzählt. Den von Dund er erwähnten k. k. BeamtenAnton Stafsler, der die Leidcnsrollc bei diesem Austritt gespielt haben soll, suchtenwir in beiden Theilen des Hof- und Staats-Handbuches für 1848 vergebens.

176) S. 255. „Alle KriegSseencn, die ich anderwärts erlebt, sind an Großartig-keit mit diesem Schlachtbild nicht zu vergleichen. Das Gemälde des Sturmes vomSt. Stephansthnrm gesehen war über alle Beschreibung malerisch und alle Kriegs-