Anmerkungen.
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Tasche, sie nicht zn gebrauchen", und beschreibt ein Aufsatz im „Oesterr. Courier"Nr. 260, S. 1044 einen Kampf an drei Barricaden, ohne auch nur eine Andeutunggeben, Mo dieselben gestanden haben sollen. Die ,,Genaue Darstellung der WienerEreignisse des Jahres 18-18" (Wien, 1849, Wcnedikt) schildert S. 300 f. ausführlich»nd, wie cs scheint, durch einen Augenzeugen den Anßmarsch Blnm's zur Vertheidi-gnng der.Naznmovskij-Brücke durch die untere Gärtnergasse, also am rechstcu Uferdes Canals, während Stavcnhagen a. a. O. S. 63 denselben Blum „augelehntan die letzten Häuser der Leopoldstadt", also am linken Ufer des Canals, „auf freierElraße" campircn läßt. Die Einen lassen Blum seine Hcldenthatcn an der Sophien-brücke am 26. verrichten, die Andern am 2 7., an welch letzterem Tage überhaupt keingrosseres Gefecht geliefert wurde und namentlich ein Stürmen über die Brücke, dieschon am 26 Abends thcilwcisc in Flammen stand, kaum stattfindcn konnte. Fenne-berg, durchaus unzuverlässig in der Darstellung der Kämpfe, deren keinem er in dieNähe gekommen zn sein scheint, steht mit Blum am 27. an der Sophicnbrücke; Blumläßt seine Kanonen abfcncrn — mit dem Befehl, sie nicht zn gebrauchen, in derTasche? — und als er die Verwüstung wahrnimmt, die sic unter den Feinden an-richten, wendet er sich lächelnd zn Fennebcrg und spricht: „Das ist das Wiegenliedder deutschen Freiheit; Du List jung und wirst cs, will's Gott, noch oster zn Horenbekommen." Ebenso verlegt das sonst so genaue „Gcdenkbnch", angeblich nach dem„Bericht eines Augenzeugen", den Kamps um die Sophienbrücke ans den Morgen des
27., läßt einzelne Kroaten über die Brücke stürmen, die schon sehr gelichtete Schaarder Nerthcidigcr verjagen und zuletzt, „als sie keine Arbeit fanden", den Rückwegauf's linke Ufer nehmen, „durch den Canal schwimmend"; warum nicht einfacherüber die Brücke, ans der sic doch herüber gekommen waren? — Der „Oest. Ssd."
185.0, Nr. >37, setzt, im Widerspruch mit allen andere» Berichten, die ans den erstenSchuß dcmoniirtc Kanone der Aufständischen ans die „jenseitige Brückcnrampe", alsoans das rechte Ufer des Donaucanals.
153) S. 226. Lyscr, „Wiener Ereignisse" (Wien, 1849, Keck L Sohn) be-schreibt S. 87, wie er am 26. bei Tagesanbruch „hinter dem Liuienwall der HcrnalserLinie" ans dem Bauche liegend ans die schwärinenden „Kroaten" schoß — Kroaten gabes, nebenbei bemerkt, ans diesem Punkte gar nicht; doch den Leuten war alles Kroat,was den kaiserlichen Nock trug —, „indcß die Kugel» unseres eigenen ScchSpsüuders,der unsere Linie bestreichen sollte, hinter uns cinschlngcn"; er hätte „vor Acrgcr fast ge-weint", wenn er auch „zugleich lachen mußte über dieses tolle Drunter und Drüber, wozehn und zwanzig zugleich commandirlen und kein Beseht ordentlich ansgeführt wurde."
154) S. 226. Eitlen grellen Vorfall, der sich am 26. aus dem Bnrgplatz er-eignete, erzählt Dnnder S. 697 f.
155) S. 226. Einer der Abgefallencn sprang nächst Währing vom Linienwalleherab; die Soldaten liefen herzu und wollten ihn mit ihren Kolbe» erschlagen, „ersei keinen Schuß Werth"; nur durch das Zureden der Osficiere wurde ihm die Gnadedes Erschießens zntheil. — Am 26. wurde eine kleine Ablheilnng Garden und abge-fallener Grenadiere znm Plänkeln vor die Linie gesandt. 'Alsbald kehrten letztere dieGewehre mit, den Kolben nach oben, znm Zeichen, daß sic übergehen wollten; dieGarden ahmten ihr Beispiel nach. Diese wurden mit Jubel empfangen, gegen dieandern aber sielen Schüsse; die wenigen, die nnvcrwnndct zn den kaiserlichen Vor-posten gelangten, mußten die Osficiere gleich weiter tranSportire» lassen, um sie denThätlichlciten ihrer Mannschaft zn entziehen. — Auch ein edler Zug der Stadtgardeuwird erzählt. Ci» junger Fnhrwesensmann in Wien wollte um keinen Preis seinen