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Aumcrknngen
welchem inehr als einmal geschaffen worden sein sollte, obgleich nie etwas hcraurkam.Auch Dnndcr, S. 730 n. 74», erwähnt davon, weist aber S. 730 nach, wie grnndlos diese sich oft verbreitenden Gerüchte gewesen, — Ein eigcnthiinitich verhexterPunkt während der Oetobertagc war die Goldschniicdgasse, So heißt cs in der Abendbeilage znr ,,Wr. Ztg." vom 2t>.: „In der Goldschniicdgasse verwnndctc gestern einans einem Fenster lautlos gefallener Schliß einen Gardisten." Auch der Angriffgegen Fennebcrg fand in dieser Gaffe statt, wie er selbst II, S, 333, erwähnt:„Ein Stcinregcn begrüßte den Verfasser dieser Geschichte, als er mit einem seinerAdjutanten durch die Goldschmiedgassc ging." Die Sache wurde untersucht, aber cskam, wie Dnndcr versichert, nichts heraus. — Diese mnthwilligen und nutzlosenAttentate fanden später während des BelagernngSznstandcS ihr Gegenstück an denvereinzelten Angriffen auf Soldaten, meist entlegene Schildwachen, wo der Thätcrin den meisten Fällen gleichfalls unbekannt blieb.
140) S. 204. Wien bei Nacht war cs vorzüglich, was in der letzte» Oetober-zcit den düstersten Eindruck ans jeden machte, der cs von früher her kannte. „DieseIllumination (durch die Lichter in den Fenstern) der fast dunklen menschenleerenStraßen, durch die nur hie und da ein Säbel klirrte oder ein Trupp Bewaffneterstill ernst dahinzog, dazu der vom Flaninienschcin gcröthctc Himmel, das Rusen derPosten auf den Basteien, und dazwischen fast ohne Unterbrechung fernher donnerndeKanonenschüsse — wer hätte in einem solchen Bilde das alte fröhliche Wie» erkannt!"Schusclka, Revolntionsjahr, S. 400 f.
141) S. 204. Im Gemcindcrathc wurde wiederholt über diese Gegenständeverhandelt. Die Ferdinands-Wasserleitung lieferte in vicrundzwanzig Stunden 82000Eimer, und Buchhändler Jacob Dirnböck schilderte in der Sitzung vom 24. dieFolgen, die das Ausbleiben des Wassers in allen Brunnen, Reservoirs, Bassins, dievon dorther gespeist würden, auf die Gesundheit der Einwohner, „namentlich bei deneben herrschenden Diarrhöen", habe» müßte; er bat Mittel anzngcben, wie diesemUebelftande sowie der Gefahr bei ansbrechcndcn Bränden abgcholfen werden könnte.E« wurde vorgeschlagcn, Wasser auf zahlreich bciznstcllcnden Fahrzeugen herbeizn-schaffen; Med. Dr. Hieronymus Beer schlug vor, sich mit General Matanschcl in'üEinvernehmen zu setzen, „m die Wasserleitung wieder hcrznstellcn und i» Gang zusetzen; Dircctor Karl wünschte den Fürsten Windischgrätz auf die Wichtigkeit jenesGebäudes, dessen Standort als ncnlraler Boden erklärt werden sollte, anfmcrksam ge-macht zu wissen n. dgl. Den letzteren Vorschlägen lag die allgemeine in der Stadtverbreitete Meinung zu Grunde, die Wasserleitung sei vom Militär — „ans Bös-willigkeit", wie die Radiealen bcisüglcn — zerstört worden, was aber durchaus nichtder Fall war; die Sache verhielt sich einfach, wie im Texte angegeben wurde: dasWafsciispiel hatte die Arbeiter verschcnebt und die Pnnipwcrkc, von der »»geheiztenDampfmaschine nicht in Bewegung erhalten, hörten zu sangen ans. — DaS Ausblei-ben der Posten kam am 23. im Reichstage znr Sprache, als einer der Redner, Rittervon Podlewski, die Anzeige machte, daß seit fünf Tagen keine Posten ans Galizienangekommen seien; es wurde der Beschluß gefaßt, an die Minister Wessenbcrg undKraus die Aufforderung zu richten, dem Fürsten Windischgrätz zu bedeuten, „daß erseinen Truppen die Aufhaltung der Posten nach Wien strengstens untersage, widrigenfalls ihn die Beranlwortnng für alle ans diesen Gcwaltschrittcn und ans der Ver-letzung des Briefgeheimnisses entspringenden Folgen träfe". Borrvsch und Pittersdorfswollte» von Wessenbcrg nichts wissen und meinten, nur das in Wien befindliche ver-antwortliche Ministerium sei um sogleiche Frcigcbnng des PostverkehrS anzngchcn.