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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Anmerkungen.

seine diesfälligen Nachrichten sind entweder nachweisbar aus anderen Quellen geschöpftoder, wo man meinen mochte er habe sich an Ort und Stelle befunden, so allgemeinund ungenau, mitunter geradezu unrichtig, wie ein unmittelbarer Zeuge oder garTheilnehmer eben nicht erzählen kann.

57) S. 103. L. A. Frankl cröfsnete in seinerAbendzeitung" Nr. 171 vom21. Oct., S. 703, eine eigene Rubrik:Ehrenhalle der Nationalgarde", worin eralle verzeichnen wollte, diein unwiderstehlicher Tapferkeit und unbezwingbaremPflichtgefühl ihre Posten verlassen haben." Er begann mit dem Stubenviertel undverzeichnte da mit Namen 1 Hauptmaun, 2 Oberlieuteuants, 1 Lieutenant (vr. Bach),1 Feldwebel, 1 Corporal. Leider erlaubte ihm das bald darauf erfolgte Aufhörenseines Blattes nicht die Fortsetzung dieses interessanten Verzeichnisses.

58) S. 104. Schuselka sucht in seinem Revolntiousjahr" S. 398-401 den Reichs-tag gegen den Vorwurf zu vertheidige», der ihm gemacht worden, das Proletariat orga-nisirt und besoldet zu haben; es sei dicß im Gegentheile nur eine dankeuswerthe Vorsichtgewesen, um es nicht regellos herumschwcifcn zu lassen; wenn das Finanzministerium400000 st. und der Gemciuderalh 70000 fl. für diesen Zweck habe hergebe» müssen,so seien das Summen,die im Vergleich mit dem, was dadurch gerettet worden,gar nicht in Betracht kommen können";wir haben es gethan, weil wir menschlichfühlten und weil wir auch durch diese Maßregel die Sicherheit des Eigenthumswahren wollten." Schuselka dürfte mit seiner Behauptung auf Viele gestoßen sein,die da im Gegentheile meinten, die Sicherheit des Eigenthums sei eben dadurch ammeisten gefährdet worden, daß man dem besitzlosen Pöbel Waste» in die Hand ge-geben. Auch läßt sich billig fragen, ob esmenschlich fühlen" heiße, wenn maneine Menschenrasse, deren Beruf ordentliche und redliche Arbeit ist, in eine müßige,genußsüchtige und wüste Lebensweise hineinjagt. Es hat ohne Zweifel unter den be-waffneten Arbeitern manche ehrenwerthe Ausnahmen gegeben, die es mit dem, wasihnen als Sache der Freiheit vorgespiegclt wurde, aufrichtig meinten, Leben und Blutin gutem Glauben dafür ciusctztcn; daß aber die große Mehrzahl der Mobilen durchdie vorgeschützte Humanität der Reichstags-Permanenz nur ans Abwege aller Artgeführt wurde, läßt sich auf keine Weise leugnen. Thatsache ist, daß durch die Be-soldung und Verköstigung der bewaffneten Proletarier nur ihr Gefallen an solcharbeitslosem Leben genährt wurde; daß ihnen nichts erwünschter sein konnte als diemöglichste Verlängerung dieses Zustandes; und daß den zitternden Bewohnern Wienswenigstens drei schreckensvolle Tage erspart worden wären, wenn nicht die zügellosenProletarier aus Schützern und Hütern der Stadt zu ihren ärgsten Bedrängern ge-worden wären.

59) S. 105. Beim Gemeinderathe wurde eine eigene Approvisiomrungseom-mission eingerichtet (Kundmachung vom 19.). In jedem Bataillon bestand ein Ver-pflegungs - Comitö, zu welchem jede Compagnie einen Garden als Verpflegungs-Commissär zu stellen hatte. Die Fassungsscheine für jeden Tag waren bis 11 UhrV.-M- einzureichen. Die Abfassung von Brod und Tabak fand im bürgerlichenZeughause, die von Wei» bei den bezeichnctc» Lieseranten statt; Holz wurde von derMilitär-Legstätte, Hafer, Heu und Stroh aus dem Verpfleg? - Magazin am Breiten-felde verabfolgt; s. Dunder S. 548 s. Am 21. theilte Messcnhauser die Verthei-diger in drei Kategorien: 1) alte Nationalgarde. 2) Mobilgarde des Bezirks. 3) Mo-bilgarde des Lagers, mit dem Beifügen, daß nur jener, der in eine dieser drei Classengehöre, auf Löhnung Anspruch machen könne.

60) S- 106. Am 19. October wurde für dasselbe ein Stabs-Trompeter gegen