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Anmerkungen.
Civile gefehlt haben wird. Auf solch gegenseitiges Verschulden dürfte sich der Vorfallzwischen dem Wächter der Nordbahn-Station Nr. 4 Andreas Klampfl und einemRittmeister von Civalart-Uhlancn (Mussy?> znriickführen lassen; nach den im October1848 gemachten Erfahrungen gab es unter dem Beamten-Persouale der Nordbahn somanche revolutions-freundliche Elemente. Wenn aber der „Radicale" Nr. >06, S.426, seinen Lesern die näheren Umstände dieses Falles „osficiell", mit der Unterschriftder Platz-Osficiere I)r. Schulz und Werker, erzählen zu können meinte, so verweisenwir auf die Bemerkung Dnnder's (S. 535 Anm.), daß es zwei Platz-Osficieredieses Namens gar nicht gab.
50) S. 90. Wir ließen die Stelle nck litsrnm abdrucken, wie sie im Buchesteht, und der geneigte Leser mag darnach über Mcssenhauser's Sthl und Grammatikselbst urtheilen- Auch die Tagesbefehle des nachmaligen N.-G.-Ober-Commandantenwimmelten von Sprachnnrichtigkeiten; z. B.: „Die Linien Wiens hat vom Augen-blicke des Empfanges dieses Befehles niemand als Ausländer zu passiren, welche ausihrem Passe die Visa sowohl einer fremden Gesandtschaft als auch des N.-G.-O.-C.anfweisen müssen" (vom 23.), oder: „Ich verbiete, daß das Druckerei-Personale der.Wiener Zeitung' bis aus die Zahl von 24 Personen zur Wehrpflicht requirirt werdendürfe" (vom 27.); oder: „So sehr ich wünsche und erwarte, daß beim Angriff gegendie Truppen des F.-M. mit allem erhabenen Muthe der Freiheit von der Einen undaller unwiderstehlichen Zerstörnngswuth der Verzweiflung von der Andern in denReihen unserer Wehrmänner gestritten werde, so sehr erwarte ich, daß Gefangene undVerwundete ritterliche Gegner an uns finden". Diese letztere Stelle namentlich (auseinem Tagesbefehle vom 28.) strotzt so von Unsinn, daß man zweifeln möchte, Messen-hauser sei bei Niederschreibuug derselben bei sich gewesen. Er wünscht und erwartet„Zerstörnngswuth der Verzweiflung"; er wünscht und erwartet, daß diese Zerstö-rungswuth „unwiderstehlich" sei; er wünscht und erwartet es „von der Andern"seil. Seite, also vom Militär, und doch heißt es unmittelbar daran „in den Reihenunserer Wehrmänner"! I! — In den „Novellen und Erzählungen von W. Fr. L.Messeuhauser (Wien und Leipzig 1849, Jos. Stöckholzer von Hirschfeld) I. Band,S. 5—208 findet sich eine mit der Ueberschrift: „Der Gelehrte". Wir haben mitder Durchlesung dieses Aufsatzes, den des Verfassers wohlwollender Biograph „jeden-falls für seine beste Novelle" hält, einen halben Tag verloren. Wenn der Verfasserwie Nitscher S. 42 versichert, sich in dem Helden der Erzählung „selbst znm Por-trät saß", so muß man gestehen, daß Messenhauser seinen „Cäsar" nicht eben mit ge-wöhnlichen Eigenschaften auszustatten wußte. „Dein Cäsar", sagt der Gelehrte zudem „Kinde", das er liebt, „ist fähig, vieles zu denken, und was er denkt, dazuhat er den kühnen Sinn, es zu wollen, und nicht gewöhnliche Kraft, es zu vollführen.Wenn dieser Blick im einsamen Wald sich in das Auge eines Wolfes bohrt, krümmtdie ranbheulende Bestie scheu wie ein bebender Hund zusammen", S. 28; und alstatsächliche Bekräftigung dieser letzteren Worte die Scene mit dem unbändigen StierS. 78. Das Aeußere des Gelehrten schildert er S. 29: „Die Augen blitzend inFeuer und Kraft, der Gang stolz, die Haltung voll Energie und zurückgehaltenerMajestät". Die Handlung selbst ist nicht ohne Spannung und Interesse; den Cha-rakteren jedoch gebricht cS fast durchaus an Naturwahrheit, die Situation ist häufigunnatürlich, der Dialog geschraubt und läppisch, wie das in dem Kopfe eines menschen-scheuen Stubengelehrten, aber nie in der Wirklichkeit Vorkommen kann. Nament-lich den Salon weiß Messeuhauser eben so wenig wie die Mehrzahl deutscher Novel-listen zu behandeln; die Leute benehmen sich, geberden sich, unterhalten sich, wie man