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Anmerkungen.
„Lndeugarten" mehr als ein Dutzend Barricaden übersteigen müsse», che er das Ge-neralcommando-Gebäudc (damals in der Zeltnergasse, gegenüber dem Gasthause zun,„Golduen Engel") erreichte. Er traf den Fürsten allein. „Sie kann, sie dars nickttodt sein", rief dieser mit Leidenschaft aus. Paier ließ sich an das Lager der Ge-troffenen führen, ihre Glieder waren bereits kalt und starr; sie mußte in dem Mo-mente geendet habe», da sie die Kugel ereilt hatte. Als der Arzt zu Windischgrätzznrückkam und ihm mittheilte, was er gefunden, warf sich dieser aus ein Sopha undwand sich da mehrere Minuten in einem fürchterlichen Seelenkampf. Dann spranger auf, sah Paier mit einem starren Blicke an und rief, die Rechte gen Himmel er-hebend: „Rache! Rache!" „Doch nein", setzte er nach einer kurzen Besinnung in mil-dem Tone hinzu, „keine Rache!" und nun erfolgte, was weiter im Text erzählt wird.
44) S. 75. Dieser Standpunkt wurde namentlich in der oben Anm. 40 ange-führten Brochüre von "*^r vertreten. Damals gab es keine edle Eigenschaftder Seele und des Herzens, die man von deutscher Seite an Windischgratz nicht zuloben fand. Man hob seine „unerschütterliche Treue gegen seinen Monarchen" her-vor, man rühmte seinen „unbeugsamen Mnth in den Augenblicken der drohendstenGefahr". „Energie und dennoch Milde zeichnen seinen Charakter als Krieger aus:als Mensch ist er wahr, einfach, wohlthätig". „Wenn auch Aristokrat aus Ueberzeu-gung", sei er doch „nichts weniger als abhold der Freiheit und den Bestrebungen derNeuzeit, insofern sic aus dem Wege der Gesetzlichkeit fortschreiten". Damals fandman es ganz begreiflich, daß Windischgratz „mit den Waffen in der Hand gefangeneAufrührer" vor das Kriegsgericht stellte und „einer rebellischen Stadt" nicht selbst „dieUntersuchung über Rebellen" überließ (S. 12). Damals hieß es von Prag: „DasSchicksal der Stadt ist dennoch ein nicht unverdientes" (S. 24), und von der dahingesandten Hof-Commission: sie „war ein großer Unsinn" und „daß Pillersdorff siezuließ, war unverantwortlich von einem verantwortlichen Minister" (S. 25*). Da-mals erkannte man in Windischgratz den Mann, „dem strenge Pflichterfüllung unterallen Umständen Leitstern seines Lebens" war (S. 11), dem es aber nie beifallenwerde „ü ln Radecky'" zu sagen: „Nun da ich mit den Pragern fertig bin, soll esüber die Wiener und Ungarn hergehen" (S. 13). Natürlich! Wien war ja eine„deutsche" Stadt, und Prag im besten Falle nur eine deutsch-slavische! — Es ver-dient bemerkt zu werden, daß Schriftsteller jener Zeit, selbst solche bessern Schlagesaus Windischgratz durchaus einen Vorkämpfer der Nationalität machen wollen, wo erdann in Prag als Deutscher den lLechismns, in Wien als Ceche das Dentschthnmbekriegen muß. Siehe z. B. Stiles a. a. O. S. 126: „Ls Iinck dowd-irckeckLrnxus rvitü keim».» esnnon, nucl ivns noiv nliout to sulickus Visiiim iviliiLolieminn bri/oukk." In Wahrheit hatte Windischgrätz eben so gut vor Wien„Oermnri onnnon" als in Prag „Volisminn bn^onetü".
45) S. 83. Daß diese letztere Ansicht unter den Osficieren der böhmischen Ar-mee verbreitet war, versichert vr. Kapper in der „Bohemia" Nr. 231.
46) S. 83. vr. Schwarz, Secretär der Permanenz des N.-G.-Verwaltungs-rathes, der am 22. von einem Ansflnge nach Klosterneuburg in die Stadt zurückkam,berichtete, wie Dunder erzählt, von den militärischen Vorbereitungen, die er dortwahrgenommen, mit dem Beifügen, „daß Wien von den deutschen Truppen mehr zufürchten habe als von den slavischen".
47) S. 86. So in Teschen, wo am 7. Oktober das 1. Bataillon Schönhalsaus Krakau einrückte. Ossiciere und Mannschaft erwarteten um so mehr ein freund-liches „Willkommen", als es ihr heimatlicher Boden war, den sie betraten; statt dessen