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Anmerkungen.
Und dieß alles ganz öffentlich! Nicht nur beinahe sämmtliche Jonrnalisten undDemokraten, auch unsere Behörden, unser Reichstag. Kamen nicht sogar vomFrankfurter Parlament Depntirte, um »ns die Bewunderung desselben anszn-drücken?" — S. auch die Bemerkungen eines vr. F. G. über das Wirken der aka-demischen Legion vom März bis October in der „Grätzcr Ztg." Nr. 243 v. 17. Nov.1848, wo die Verführungen geschildert werden, denen die jungen Leute ausgesetztwaren; z. B.: „In der Nacht des 26. Mai wurden sehr viele Legionäre verwundet,aber nicht auf dem Bette der Ehre, sondern in den Armen der Barricadenbräute." —Wie sehr selbst dem einzelnen Studenten hofirt wurde, s. Auerbach: „Ein Legionärging mit uns und die Leute grüßten ihn alle zuvorkommend. In solchem Ansehensieht die Legion!" Wenn Buchhcim und Falke, Wiener October-Revolntion(Mannheim, Große, 1848) S. 50 sagen: „Der Studentenausschuß besaß eine mora-lische Macht, wie sie keiner Behörde in Wien zu Theil ward", so ist das nicht garsehr übertriebe». — In der „Geißel" S. 364 findet sich „eine Scene an der Uni-versität", die ein. anschauliches Bild von dem bunten Treiben, aber auch von denprimitiven Rcchtsanschauungen der Wiener Universitätsjngend und ihres FeldpatersProf. Fiistcr gibt.
26 b) S. 36. Am 21. richtete der Studentenausschuß — unterfertigt: BernhardDeutsch, Vorsitzender; Carl Schulhos, Schriftführer — einen Aufruf an alle „aufUrlaub abwesenden Bruder, so bald als möglich in Wien bei ihren Fahnen cinzu-treffen".
27) S. 36. „Die Studenten sind von den Akademikern so sehr zu unterscheiden,wie die Universität von der Legion; in letzterer waren solche Subjecte eingereiht, diein großer Zahl in's Zuchthaus gehörten." Du »der.
28) S. 38. Schreiben Retsey'S v. 4. Deccmber 1848, Abend-Beil. z. „Wr. Ztg."Nr. 230 vom 14. Dec., S. 004 f., ans Anlaß des Artikels: „Politische Ruinen undmoralischer Staub" in der „Geißel" Nr. 85 v. 30 Nov. — Jndeß können wir unsgegenüber den umständlichen Einzeluheiten, die in dem letzteren Aufsatze angeführtwerden, kaum des Eindrucks erwehren, daß die Erklärung RctseV's irgend einen an-dern Beweggrund gehabt habe als den, der ungeschminkten Wahrheit Zeugniß zugeben. — Eine ähnliche Erklärung von Zergollern nnd Jovelic s. im „Oester. Sol-datenfr." Nr. 33 n. 34, S. 151, wobei wir übrigens bemerken, daß im Militär-Sche-matismus für 1848 nur ein Joseph von Zergollern, Unterlieutcnant bei Kaiser-In-fanterie, ein Jovelic aber gar nicht zu finden ist.
29) S. 39. Es gibt in der ganzen Wiener Revolutionsperiode keine Persönlichkeit,über deren schwatzhaste und aufdringliche Unansstehlichkeit alle Stimmen so einig wären,wie über dieses „Subject", von dem man „nicht wußte, woher cs kam, wie man späternicht wußte wohin". Kapper in der „Bohemia" Nr. 224 und Dunder S. 843 f.schildern ihn in derselbe» drastischen Weise, wie die „Geißel" Nr. 67, S. 280, nnd der„Humorist" im „Wiener Punsch" S. 1094: „Doktor Cheizes Glück nnd Ende". WasErzherzog Maximilian in seinem „Ein Stück Albanien" von sogenannten „Ohrfcigen-gesichtcrn" erwähnt, paßte ganz ans Cheizes' breites wcitmauligeS Antlitz mit seinemStempel von Frechheit nnd Zudringlichkeit. Mehr als einmal wurde ihm, wenn er beiden Berathnngcn des Studentencomitö erschien, die Thüre gewiesen, wie auch dasselbebei Messenhanser Einsprache erhob, als Cheizes von diesem dic-Vollmacht zur Errichtungdes demokratischen Frei-Corps erhielt. Was aus ihm nach der Octoberzcit geworden,ist nicht bekannt; daß er, wie ein Gerücht ging, gefallen wäre, ist nicht glaublich; eskönnte dieß nur am 31. gewesen sein, da er am 29. noch für die kkebcrgabe sprach.