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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
Entstehung
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Anmerkungen.

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dem Leser zeigen, zn welcher lächerlichen Größe oft in nnniiltelbarer Nähe schon einGerücht erwächst. An der Währinger Linie wußte man nur von zwei Compagnien,bei der Nußdorfer, wo dieser llebcrtritt stattgcfnndcn haben sollte, erfuhr man aufgenaue Erkundigung, es seien drei Grenadiere angekommen." Zur Entstehungjener Gerüchte trugen ohne Zweifel auch die zahlreichen Uniformen bei, die man inden Reihen der Mobilen und Arbeiter erblickte, und die thcils von den wirklichenUeberlänfern vom 6. October, theils ans den geplünderten militärischen Depots her-rührten. Dahin ist z. B. zu berichtigen, was der Z Correspondent derA.A. Ztg."S. 4741 am 24. schrieb: ,,An der Nußdorfer Linie bemerkte ich gestern, daß die bei-den ersten Reihen der Vertheidiger hinter dem stark verbarricadirtcn Thor einzig ausAusreißern vom Regiment Deutschmeister bestanden." Die 50 Uhlanen, welche dieaufgeregte Phantasie des Notizlers der,,Nat.-Ztg." durch die Taborstraße reiten gesehen,waren ohne Zweifel Bem's polnische Lanciers. S. auchGedenkbnch eines Augen-zeugen über die Ereignisse zn Wien v. 6 Oct. bis 1. Nov. 1848" (Grätz, Kienreich,1848) S. 22:Vielleicht hat die Noth die Maßregel geboten, einen Theil der Pro-letarier in die Uniformen und Svldatenmäntel zu stecken, die sich in einigen Depots,besonders aber in der Artillerie-Caserne vorfanden; ein plumper Kunstgriff aber ist's,daß man versuchte, diese Verkleideten dem Publicum als Ueberlänfer darzustellen, unddaß selbst Legionäre als Artillerie-Officiere maSkirt solchen Betrug zu fördern keinBedenken hatten; die Wahrheit ist schon jetzt am Tage."

In den später» Tagen, vom 26. abwärts, wo die Aufständischen zuerst den bitternErnst der militärischen Unternehmungen kennen und fühlen gelernt, waren Gerüchtevon angeblichen Uebertrittcn nicht mehr zu vernehmen. Doch hatte die früher allent-halben verbreitete Meinung die bedauerliche Folge, daß einzelne Garden selbst ange-sichts der Truppen diese hcrübcrzichcn zn können vermeinten und dann ihren Jrr-thnm mit dem Tode büßten. So wird imConst. Blatt aus Böhmen" Nr. 111 vom7. Nov. erzählt:Der Wahnsinn, man kann es nicht anders nennen, der Gumpen-dorfer und Wicdner Garden ging so weit, daß sie selbst bei den Rothmäntlern Vcrführnngsversnchc machten. Sie näherten sich mit vertraulichen Mienen den Kroatenund diese waren Pfiffig genug, durch Danmenreibcn an den vier Fingern der rechtenHand, wie üblich, anzudeutcn, daß sie Geld haben wollten. Die Garden warfenihnen Silberstücke zu und winkten mit der Geste des Biertrinkens und Schnabulic-rens, auf die Taschen pochend, sie möchten übertreten. Die SereSaner blieben beiihrer einfach verständlichen Fingcrmimik, und wenn die Garden pantomimisch anzcig-ten, daß sie nichts mehr haben, schoß sie der Soldat nieder. Augenzeugen erzählenes, die zugleich die Hunderte und Hunderte von Leichen sahen, denen die Soldatenvorher alle Kleidungsstücke genommen und um Spottpreise dem Nächstbesten verkaufthatten." Die Erzählung ist zwar, trotz der Berufung aufAugenzeugen", offenbarübertrieben, und auch insofern unrichtig, als vor der Mariahilfer Linie kein Mannvon den Seresanern etwas zu thnn hatte; daß aber einzelne Fälle der beschriebenenArt wirklich vorgckommen, daran zweifeln wir keinen Augenblick; cs liegt das ganzim Charakter jener maßlosen Verblendung, die in den Reihen der Aufständischen inüppiger Blüthe stand.

15) S. 24. Rosenfeld, Studenten-Comits, S. 308.

16) S. 24. Staveuhagen, Wiens furchtbarer October, S. 62. Ob übrigensder Verfasser, wie er sich den Anschein gibt, dicß aus eigener Wissenschaft schrieb oderob er es von wo anders her hatte, wissen wir nicht; wir haben diesen Schriftstellerauf mehr als einem Plagiate ertappt, ja wir haben sogar sehr wenige Stellen auf-