Folgen des Bombardements.
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ungeheuer. „Ich selbst", sagte der Neichstagsabgeordnete Wiqkowskiin Kleinster^), „kenne zwei vermögliche Leute, die über jene ver-hängnisvolle Nacht des 1. November zu Bettlern wurden; die StadtLemberg allein hat über eine Million von ihrem Vermögen verloren,ulld dahül ist es jetzt gekommen, daß das große Land von mehr als5000000 Einwohnern ohne Universität und ohne alle höhere Bildungs-anstalten sich befindet." Letzteres wäre wohl nie eingetreten, wennnicht der unbesonnene Schwindel der Zeit die Stätten der Wissen-schaft und Kunst in Waffenplätze umgeschaffen, den Mittelpunkt fried-lichen Bürgerthums zu einem aufständischer Leidenschaft gemacht hätte.Bei Bezwingung einer revolutionirten Stadt wird jeder Feldherr zuseinem hauptsächlichsten Ziele jene Gebäude machen, die ihm als dieBrenn- und Sammelpunkte der Aufständischen bekannt sind. Wares nun Hammerstein's Schuld, daß das Rathhaus Sitz des städtischeilAusschusses, der Hauptwache der Nationalgarde und des „Haupt-quartiers" der Umstnrzpartei, das Skarbek'sche Theater Versamm-lungsort der Rada narodowa, die Universität und Technik Waffen-plätze der akademischen Legion waren? In den Kellern des Rath-hauses wurden nach dem Brande Waffen und Mordwerkzeuge aller Art,besonders große, breite und sehr schwere Messer entdeckt, und unterdem Schutte des Universitäts-Gebäudes hörte man noch mehrere Tagehindurch unterirdische Explosionen der in den Kellern aufbewahr-ten Pulvervorräthe und Patronen. Hammerstein's Bombardementwar, nachdem er alle Mittel der Güte erschöpft und dreimal neueFristen gegeben, ein unerbittliches, aber auch ein wirksames; binnenwenig Stunden war der Aufstand gebändigt. Wie der Verlust anGütern, so war auch der an Leib und Leben im Verhältniß zu derkurzen Zeit sehr groß. In der Magistrats-Sitzung vom 23. Novemberberichtete die „Section für das Sanitätswesen" von 55 Personen,die getödtet oder an der Verwundung gestorben, von 75, die verwundetoder noch in der Pflege befindlich. Das Militär zählte 3 Todteund 13 Verwundete, unter letzteren 1 Officier von Deutschmeister.
Die der Stadt Lemberg vorgeschriebenen Capitulativns-Bedin-gungen waren: Epurirung und Reorganisirung der Nationalgarde,die zugleich die polnischen Adler als Abzeichen abzulegen hatte;Auflösung der akademischen Legion; Fortschaffung aller nicht nachLemberg zuständigen Emigranten binnen drei Tagen. Grabesstille