Unterhandlungen.
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gleichzeitig Meldungen von neuen Angriffen auf die Truppen ein-trafen. Der Commandirende hatte sich durch persönliche Auskundungüberzeugt, daß ein Straßenkampf die Soldaten nutzlos opfern hieße.Es wurde daher von ihm beschlossen, die Truppen in ihrer Aufstel-lung zu belassen und nur die Geschütze in Thätigkeit zu setzen, für'serste nur leichtere Feldstücke, mehr um zu schrecken als ernstlich zuschaden. In der That hatten die gegen die Einmündungen der brei-teren Hauptstraßen gerichteten Kanonenschüsse geringe Folgen, da dieVertheidiger der Barricaden so klug waren, sich in das Innere derHäuser zurückzuziehen. Dennoch trat ein, was Hammerstein beab-sichtigte. Es verging keine Viertelstunde und schon zeigten sich anmehreren Punkten weiße Fahnen. Zum drittenmal kam eine Depu-tation von Bürgern unter Vortragung des Friedensbanners auf denSandberg, demüthig um Schonung ihrer Stadt bittend. Hammer-stein hielt ihnen erst eine Strafpredigt: „wie nur sie es seien, welchedie Zustände so weit gebracht hätten; anstatt, wie es sich in einem freienStaate gezieme, mit eigener Kraft für Aufrechthaltung der Ordnungzu sorgen, hätten sie selbst an dem Kampf gegen die Regierungtheilgenommen, so lang sich dieser auf Bänder, auf Blumenstreuenund Tücherschwenken, auf Wallfahrten und Aufzüge beschränkt habe;jetzt, wo die Dinge eine ernste Gestalt annähmen und ihnen überden Kopf wüchsen, wüßten sie sich nicht mehr zu helfen." Zuletztentließ er sie mit der Erklärung, daß er noch eine Stunde zuwartenwolle.
Das Feuer der Geschütze schwieg. In der Stadt bot die Frie-denspartei alles mögliche auf, um den Sturm zu beschwören. Vonden Nationalgarden waren viele geneigt sich zu fügen; mehr als einertrat aus den Reihen und begab sich nach Hause. Nicht so die Stu-denten. Schöne Weiber, exaltirte Revolutionärinen, wie sie sichnur in Italien und Polen finden, erschienen in ihrer Mitte, feuertensie zum „Kampf für's Vaterland" an, ergriffen selbst die Fahnenund eilten auf die Straßen. Was waren gegen solches Beispiel dieMahnungen erfahrener Männer? Wybranowski beschwor die Legio-näre auf den Knien, von ihrem tollkühnen Unternehmen abzustehen;doch er wurde verhöhnt, es wurde ihm mit dem Galgen gedroht; er-legte seine Stelle nieder. Lärmend und tobend waltete der Pöbelin den Straßen der verbarricadirten Stadt. Ein Theil warf sich in