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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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F.-M.-L. Baro» Hammerstein.

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Die Alarmschüsse klangen der Garnison wie ein Zeichen derErlösung, der Befreiung von einem drückenden Alp in die Ohren.Was sie seit Monaten unthätig hatten mitansehen, was für Unglimpfin Schrift und Wort sie hatten erdulden müssen, dazu die unauf-hörlichen und dabei immer erfolglosen Bereitschaften jetzt warihre Stunde gekommen, für all das Vergeltung zu üben. Mit lau-tem Hurrah eilten die verschiedenen Truppenkörper durch die ent-völkerten Straßen der Vorstädte auf die ihnen angewiesenen Plätze,rasselnd flogen die Geschütze über das Pflaster, alle vereinzelten Postenzogen sich auf ihre Haupttruppe zurück. Noch befand sich die Be-satzung der Hauptwache, eine Abtheilung Parma unter OberlieutenantDworzaczek, im Mittelpunkte der Stadt. Hauptmann Glaningerwurde mit einer Division Stephan-Grenadiere beordert sie abzuholen.Er mußte seinen Weg schon theilweise über Barricaden nehmen, dochfand er keinen Widerstand; auch die Menge auf dem Ringplatze gabRaum, als die Grenadiere anrückten, die sodann mit den Parmanernden Rückweg aus der Stadt antraten. Die Aufstellung der Truppenumschloß die ganze innere Stadt, vom Holzplatz über die Escarpenzum Bernardiner- und Ferdinands-Platz, dann über die untere Pro-menade zum neuen Theatergebäude. Auf dem Sandberg, Bernar-dinerplatz, Haliczerberg standen Batterien, gegen die Mündung derHaliczer und der neuen Gasse waren je zwei Geschütze aufgestellt.Eine Division E.-H. Stephan faßte unfern der Hauptaufstellung aufdem Heiligengeistplatz zur Beschützung des Gubernial-Gebäudes Posto;als auch in ihrer Nähe Barricaden erbaut wurden, kamen zwei Com-pagnien Deutschmeister als Verstärkung dazu. Die Soldaten erwar-teten zitternd vor Ungeduld das Zeichen zum Angriff; Munterkeit undlauter Jubel herrschte in ihren Reihen. Doch ihr Führer hatte es nichtauf einen Act der Rache abgesehen; er hatte einzig die Wiederher-stellung der gesetzlichen Ordnung im Auge und ließ kein Mittel un-versucht, auf friedlichem Wege zu erlangen, was er im äußerstenFalle durch Waffengewalt erzwingen mußte.

Wilhelm Freiherr von Hammerstein-Equord, einem rheini-schen Geschlechts entsprossen, das seinen Ursprung bis in die Zeitender fränkischen Kaiser zurückleitet, am 3. März 1785 zu Hildesheimgeboren, hatte 1799 in hannoverschen Diensten seine militärischeLaufbahn begonnen, 1806 die Schlacht bei Jena mitgemacht, wo er