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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Physiognomie der Stadt.

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worden. Bei den Linien hielten die ersten Milchweiber ihren Ein-zug und nahmen, von allen Dienstmädchen der Nachbarschaft freudigbegrüßt und stürmisch umlagert, mit gewinnberechnendem Selbstgefühlihre seit langen Tagen verwaisten Plätze wieder ein^-ft. EinzelneKaufläden wurden aufgeschlossen. Auch die Börse wurde eröffnet,allein der Besuch war schwach, die meisten und bedeutendsten Kauf-herren befanden sich noch außerhalb Wien; es wurden keine Geschäftegemacht^"). Das Jnstizministerium erließ eine Kundmachung, lautwelcher die Präsentation in der Zeit vom 6. October bis 5. Novem-ber fälliger Wechsel auch noch am 6. Novembermit voller Rechts-wirkung" vorgeuommeu werden konnte. Was die Urwiener mit won-nigem Aerger an die Wiederkehr besserer Zeiten mahnte: ans derPolizei und Post, wo seit den Märztageu alles die Höflichkeit selbstwar, wurden sie wieder so grob ungefähren wie imVormärz".Wohl war es dießmal den Beamten nicht sehr zu verübeln, denn siewußten nicht, wo aus und ein mit der Arbeit. Am 1. Novemberwarteten in Hetzendorf nicht weniger als 33 Postcondncteure aufihren Einlaß nach Wien. Schwere Centner von zurückgehaltenenBriefen wurden auf das Hauptpostamt abgeliefert, so daß das vonjeher viel zu spärliche Personal die Sonderung und Austheilungdieses Wustes beim besten Willen nicht so schnell durchführen konnte,als es die begreifliche Ungeduld des Publicums wünschte. Noch bei-nahe eine Woche hindurch kamen Privaten und Kaufleuten Briefevon altein Datum, vom ll). October abwärts, zu und die Geschäfts-leute wußten nicht, wie lang es dauern werde, ehe alles wieder in'salte Geleise käme. Zeitungeil gab es gar nicht. In den Kaffee-häusern waren selbst die alten Nnmern der wegen ihres frechenTones verrufeneil Blätter aus dem Wege geräumt, höchstens daß sichein längst überwundenes Blatt derPresse", derWiener Zeitung",desOesterr. Courier", oder ein Heft desZuschauer" oderHans-jörgel" anftreibeil ließ, aus dessen Studium man sich in der Con-jectnralpolitik versuchen konnte, was etwa in der Zwischenzeit in derübrigen Welt vorgefallen sein mochte. Einzelne Fiacres erschienenwieder auf ihren Standorten, aber man konnte sie nur zu kurzenFahrten in der Stadt gebrauchen.

Minder beengt war der Verkehr in den Vorstädten; sie warennur nach der Stadt und nach außen, aber nicht gegeneinander ab-