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III. 30. Belagerungszustand.
Linien, im Stadtgraben, auf freiem Felde auf Hähern Befehl füselirtoder von den wüthenden Soldaten erschossen oder erschlagen undan Ort und Stelle vergraben wurden. Der Gesammtverlust desMilitärs betrug au Tobten, Berwuudeteu und Vermißten 56 Osfi-ciere und 1142 Mann, dann 70 Pferde
Zu den Opfern der Octobertage müssen endlich die Verhaftetengezählt werden. Dahin gehörten für's erste die einzelnen Bewaffnetenoder kleineren Haufen, die am Abend des 31. Oet. und am Morgendes 1. Nov. beim Einmarsch in die Burg, beim Einrücken in die Stadt,bei der Besetzung der verschiedenen öffentlichen Gebäude, der Aula,der Basteien eingefangen und rudelweise unter starker Militär ^Be-deckung abgeführt wurden. Es waren meist Mobile, Proletarier, ab-gefallene Soldaten, aber auch einzelne Legionäre, die oft mit rück-wärts gebundenen Händen im Zuge mitgingen. In den folgendenTagen kamen nur Einzelnverhaftungen vor, theils auf unmittelbareVeranlassung der Militär-Behörden, die sich der eompromittirtestenPersonen zu bemächtigen suchten, theils auf offene oder geheime An-geberei, die vom ersten Augenblicke nach Besetzung der Stadt ihr Un-wesen zu treiben begann'"H. Mancher der Bedrohten, der sich seinerkenntlichen Abzeichen glücklich entledigt hatte, irrte in allerhand Ver-kleidungen, als Glaser ein zerbrochenes Fenster unter dem Arm, oderein blutiges Sacktuch wie die Schürze eines Fleischerkncchts vorge-bnnden, in der Stadt herum und pries seinen guten Stern, wenn esihm endlich gelang ungefährdet hinauszukommen. Andere versuchtendas gefährlichere Mittel sich zu verbergen, und wurden früher oder-später verrathen. In den unterirdischen Räumen von St. Annawurde eine Anzahl Studenten aus ihrem Versteck hervorgezogen. Bin-nen kurzem waren nicht nur alle Gefängnisse und Wachtstuben, son-dern auch andere zur Verfügung stehende Räumlichkeiten in Casernenund öffentlichen Gebäuden überfüllt; man mußte Gasthäuser in An-spruch nehmen und ganze Transporte nach Hetzendorf schicken. Manschätzte die Zahl der Verhaftungen in den ersten fünf Tagen nachder Einnahme auf 1000 bis 1500. Viele der Eingezogenen wurdenbald wieder losgelassen, da sie ihre vollständige Nichtbetheiligung amKampfe Nachweisen konnten oder da, was gar nicht selten vorkam,eine bloße Namensverwechslung ihre Arretirnng herbeigeführt hatte.Die Mehrzahl mußte sich freilich auf eine längere Untersuchung ge-