Verwüstung, Tobte und Verwundete.
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Palastes gerettet werden können; das Gebäude selbst war ausge-brannt, kaum daß man an den Wänden die Spuren ihrer früherenBemalung wahrnahm. Auch das Bnrgthor bot ein Bild jämmer-licher Zerstörung: die hölzernen Thorflügel waren wie Siebe durchlöchert, von dem dorischen steinernen Gefüge ganze Stücke ausgesprengt, Brandwunden allenthalben; doch das Ganze stand, diemassiven Steinsäulen mit ihren zahlreichen Narben zeugten gleichalten Kriegern von dem furchtbaren Sturm, dem sie wacker wider-standen. Auch sonst sah es an manchen Punkten der innern Stadtwüst aus. Das Pflaster war an vielen Stellen noch aufgerissen undschmutzige Lachen vom heutigen Regen oder vom löschenden Wasserfüllten die Senkungen. In der Nähe der Brandstätten, in den Ge-genden wo das Bombardement am heftigsten gewüthet hatte, thürmten sich Berge von Schutt, Trümmern und verkohlten Balken undsperrten den Verkehr; dazwischen Gruppen von Soldaten, lachendund singend um große Feuerkessel beschäftigt.
In den übrigen Theilen der innern Stadt gab es keine größerenZerstörungen, und auch der Verlust von Menschenleben traf sie nurunbedeutend im Vergleich zu manchen Vorstädten, wo die Todtennach Hunderten, die Verwundeten vielleicht nach tausenden zählten.Im Hofe des allgemeinen Krankenhauses lagen allein am 1. Novembermehr als vierhundert Leichen auf dem schmutzigen Boden hingestreckt,meist junge Männer, deren Gesichtsausdruck darauf hinwies, daß sieim Kampfe gefallen; fast alle mit den Wunden vorn, manche mitSpuren schauderhafter Verstümmelung. Zwischen ihre traurigenReihen drängten sich mit angstvollen Blicken Weiber der ärmerenClassen, die seit Tagen ihren Mann oder ihren Sohn vermißten;aber auch die eckle Schaar der Andern fehlte nicht, die durch denAnblick des Gräßlichsten nur die Schaulust ihrer rohen Sinne zubefriedigen suchten, während ans den Fenstern des Narrenthnrmsblasse Gesichter schweigend heruntersahen oder mit wahnwitzigem Ge-plauder, Geschrei und schallendem Gelächter den schneidenden Gegen-satz zu dem Leichenfelde zu ihren Füßen bildetenZn den hieraueinandergereihten Opfern der letzten Kämpfe kamen nun aber nochjene, die gewiß in keiner geringeren Anzahl am andern Ufer des Ca-nals gefallen, die in den früheren Kampfestagen getödtet und zumTheil auf dem Brünlfelde eingescharrt waren; endlich jene, die vor den