Letzte Sitzung des Rumpfparlaments.
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wäre; niemand vermöge zu beweisen, daß statt 136 nicht 200 hiersein könnten, und eben darum weil sich dieser Gegenbeweis nicht Her-stellen lasse,-sei diese Sitzung als eine ordentliche, die Verhandlungals eine legale anzusehen." Schuselka und Potocki sprachen in ähn-lichem Sinne. Schuselka führte an: „Viele Mitglieder kennten denAufgang durch die Stallburg nicht 2 ««); das sei die Ursache warumman nicht vollzählig sei, es sei daher ein Protokoll über eine durchGewalt unmöglich gewordene vollzählige Sitzung." Es war währendder Octobertage der Welt hinsichtlich der angeblichen Beschlußfähig-keit des Rumpfparlaments schon so viel Sand in die Angen gestreutworden, daß das Publicum diese eigenthümlichen Schlußfolgerungenzu guter Letzt mit in den Kauf nehmen konnte. Die politische Lei-denschaft ist jederzeit, wo es von ihr angestrebte Zwecke durchzusetzengilt, der ausgemachteste Sophist und Rabulist. Obgleich die Leerein den Bänken in den letzten Tagen schon so auffallend gewesen war,daß selbst Schuselka bekennen mußte, er habe sich „mit eigenen Augen"überzeugt, daß die Mitglieder nicht in beschlußfähiger Anzahl vor-handen seien, wollte man sich's doch bis zum letzten Augenblicke nichtnehmen lassen, Sitzungen zu halten und Beschlüsse zu fassen, undklammerte sich au den Ausdruck des kais. Vertagungs-Manifestes,das Präsidium möge die Sitzungen „alsobald" unterbrechen, um nach-zuweisen, daß der Kaiser selbst es in das Ermessen des Reichstagesgelegt habe, „wann die Unterbrechung einzutreten hat". Es bliebalso dabei, die Sitzung als eine legale gelten, ein Protokoll darüberaufnehmen zu lassen und Smolka schloß die Verhandlung, indem erdie Vertagung des Reichstages bis auf den 15. November, „das istauf denselben Tag, den auch Se. Majestät festgesetzt hat", aussprachund die Mitglieder aufforderte, an diesem Tage um 5 Uhr N.-M.hier zu erscheinen, „indem man die Hoffnung nicht aufgeben dürfe,daß es Sr. Majestät gefallen werde, es von der ausgesprochenenVerlegung des Reichstages nach Kremsier abkommen zu lassen". Dar-auf ging man auseinander. Wenn einige der Versammelten aufeine Art politischen Märtyrerthums gerechnet hatten, so sahen sie sichgetäuscht. Es wurde keinem ein Haar gekrümmt. Der Reichstags-saal wurde zwar geschlossen, allein das Vorstands-Bureau in derStallburg wurde der Benützung der Abgeordneten nicht entzogen;die Wachen waren angewiesen, jeden Inhaber der Reichstags-Medaille