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III. 30. Belagerungszustand.
Mobilen war alles, dessen man in den weiten Räumen habhaft wurde.In den Tagen darauf nahmen Grenadiere von Ceccopieri, feine undhöfliche Italiener, die Stätte ein, wo noch kurz zuvor der kecke Cala-breser, die verschossene Mütze des Proletariers und der Männerhutentarteter Viragen gewaltet hatte.
Um die zehnte Vormittagsstunde wurde die Bürgerwache vor denRäumlichkeiten des Reichstages vom Militär abgelöst. Es befandsich einiges Volk auf dem Josephsplatz, das wohl nur zufällige Neu-gierde hergeführt hatte; denn daß unter dem Waffenlärm eine Reichs-tagssitzung stattfinden werde, daran konnte doch kein Vernünftigerdenken. Um diese Zeit kam Felix Schwarzenberg daher, der, als erdie Gruppen vor dem Aufgange zur Winterreitschule gewahrte, dieLeute fortgehen hieß und den Eingang zu schließen befahl. Im Innerndes Gebäudes waren an hundert Abgeordnete beisammen, die sichvorläufig in das Lesezimmer verfügten, um zu besprechen, was zuthun sei. Allmälig fanden sich noch mehrere ein; sie hatten, da sieden Haupteingang verschlossen gefunden, ihren Weg durch die unver-sperrte Stallburg genommen. Man besprach die nothwendige Ver-tagung des Reichstages, die Dauer derselben, die Rückgängigmachungdes vom Kaiser anbefohlenen Wiederznsammentrittes in Kremsier, undverfügte sich darauf unter Vortritt Smolka's in den Sitzungssaal,um das getroffene Einverständuiß in Beschlüsse zu formuliren. Eswaren ini Ganzen 130 Abgeordnete; die Journalistensitze waren leer,kein Besucher befand sich in der Diplomatenloge, kein Zuhörer aufden sonst überfüllten Galerien; die leeren Wände blickten unheimlichauf die nicht zum dritten Theile gefüllten Bänke des ungeheiztenSaales. Nach einigen einleitenden Worten des Präsidenten erstatteteSchuselka seinen Bericht über die letzten Vorgänge im Ausschüsse undschloß mit dem Rufe: „Es lebe die Freiheit!", in den die Anwesendenmit großem Beifall einstimmten. Es wurde der Zweifel angeregt,ob die Versammlung als förmliche Sitzung gelten könne. Gleisbachbestritt es, weil die beschlußfähige Anzahl nicht vorhanden sei. DieAndern aber waren dafür. Brestel meinte, es müsse doch eine letzteSitzung geben und das sei die heutige, und darum müsse auch einPrvtocoll darüber ausgenommen werden. Borrosch dedncirte: „Aller-dings sei man nicht beschlußfähig, allein man könnte doch beschluß-fähig sein, wenn das Thor zum Aufgange nicht abgesperrt worden