Nachtsceiien.
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sam wurde dagegen so manchem andern mitgespielt, der sich nicht derGunst der neuen Gäste zu erfreuen hatte! „Auf dem Graben hatteich das Vergnügen", so erzählt mit gutmüthigem Humor der Be-troffene selbst, „von einem ganzen Bataillon das Lied ,8u86lka urlmpiss< singen zu hören".
Doch nicht überall ging es so gemüthlich her. Am Hof sah manSoldaten best Fackelschein mit großen Hämmern arbeiten; sie hattenden Candelaber zertrümmert, der am 6. die mishandelte Leiche La-tour's getragen, die Eisenstücke lagen aufgeschichtet am Boden; nungingen sie daran, die Grundpfeiler auszuheben und zu zerschmetternund bei jedem Stücke, das davonsprang, erschallte ein „Hoch" vonden Soldaten und ein „Hoch" von der sie umstehenden Menge^).Finstern Blicks, unheimliche Gedanken auf der Stirn, schlich abseitsdas Gesindel, das sich wenig Stunden früher vor Uebermuth nichtausgekannt hatte. Auf den Arm eines schlitzenden Freundes gestützt,leichenblaß und bebend, daß man ihn nicht erkenne — so zittert derMensch vor dem Menschen! —. drückte sich so mancher von den Groß-sprechern der vergangenen Zeit mitten durch das lebendige Treibender Bürger und Soldaten. Man hatte ihm damals wohldienerischgeschmeichelt; man hatte ihm Schutz und Schirm zugesagt, wenn dieTage der Gefahr kämen, und jetzt da sie da waren, fand er überallverschlossene Thüren oder solche, die nur aufgethan wurden, uni ihnmürrisch abzuweisen. Wo man höflicher war, schützte man die eigeneGefahr vor, der man sich durch Beherbergung eines nicht zur Familiegehörigen Fremden aussetzen würde, oder schilderte den Schmerz, wennman es mit ansehen müßte, wenn die Häscher ihn fänden und gefangenfortführten. Selbst Gasthäuser verweigerten die Aufnahme; der Bitte,sie die Nacht nur auf eine Bank sich Hinstrecken zu lassen, wurde er-wiedert, daß mau nicht wagen könne jemand zu beherbergen, der sichnicht ordnungsmäßig auszuweisen vermöge. Denn schon kamen dieseit Monaten beiseite gelegten Polizei-Vorschriften wieder zur Geltung;schon sah inan die in der letzten Zeit verschwundenen Polizeimännermit dem Säbel an der Seite wieder auf den Straßen. Schon began-nen hin und wieder Menschenjagden; nicht mehr jene früheren, wodas Gesindel auf jeden guten Rock fahndete; die Sache hatte sichjetzt umgekehrt. Auf dem Kohlmarkt und in den benachbartenStraßen sah mau das Militär, geschäftig von Sicherheitswächtern