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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Das Bombardement hatte aufgehört. Nach dem betäubendenGetöse der letzten Stunden, deren Schrecken manchem in den Gliedernsteckte, nachdem lange schon der Donner der letzten Kanonen verhalltwar, lagerte sich erst eine unheimliche Stille über die Stadt. Plötz-lich vernahm man von der Burg her verworrenes Geschrei, nicht vonKampf, sondern wie von lautem gegenseitigen Zuruf. Wie auf einverabredetes Zeichen öffneten sich in den nächstgelegenen Stadttheilenalle Fenster und unzählige weiße Tücher, Vorhänge, Leinwandstückeflatterten heraus. Das gegebene Beispiel pflanzte sich von Straßezu Straße fort; Fenster, die man seit Wochen verschlossen gesehen,thateu sich mit Blitzesschnelle auf; was mau weißes zur Hand hatte,wurde selbst in abgelegenen Seitengassen ausgesteckt"'H Jetzt hörteman deutlichen Hurrahruf vom Franzensplatz her und bald darauf es mochte gegen 6 Uhr Abends sein sah man die ersten Grau-mäntel aus dem Riesenthor auf den Michaelerplatz Hervorbrechen.Es waren die Truppen Rath's, der, zwei Compagnien seines Batail-lons zur Besetzung der Burg zurücklassend, die übrigen in die Stadtführte. Im Sturmschritt marschirten die ersten Colonueu den Kohl-markt hinauf so eilig undsichtbar ängstlich", wie Schuselka be-obachtet haben will, daß ein Officier im Laufen stürzte, nahmenfest, wo ihnen etwa ein vereinzelter Bewaffneter in den Wurf kam'^),und schwenkten rechts auf den Graben ein, von wo sie sich weitergegen den Stockameisen- und Stephansplatz ausbreiteten. LauteVivats schollen ihnen entgegen und wie Lauffeuer flog die Kunde vomEinmarsch der Truppen durch die Stadt, den Einen zu namenlosemTrost, den Andern zu Erbitterung und Schrecken. Wer noch Waffenund kriegerische Abzeichen hatte, warf sie von sich. Einzelne zertrüm-merten vor Wuth ihre Gewehre, um sie nicht in die Hände - desMilitärs gelangen zu lassen. Hie und da sah man kleine Jungenauf der Straße herumsucheu und die weggeworfenen Patronen aus-schütten, damit, wie sie Fragenden sagten,die Soldaten sie nicht