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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Besetzung der iuueru Stabt,

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mehr brauchen könnten". In Rasirstuben und Friseurläden arbeite-ten sich die Barbiergesellen halb todt, um den Zudrang Hereinstür-mender zu bewältigen, deren Vollbärte und wallende Haare nichtschon achtundvierzig Stunden früher gefallen waren. Trödler undHandelsjuden verkauften um schweres Geld ihren ganzen Vorrathalter Kleider an Akademiker aus, die ihnen dafür ihre Legionsuniform,,zur Aufbewahrung" ließen. Im Sitzungszimmer des Studenten-ausschusses befanden sich noch zwei Mitglieder desselben^), welchedie vorhandenen Protocolle, Acten, Siegel zusammenrafften und inEile das Convicts-Gebäude verließen, während Andere die zurückge-bliebenen Papiere, die Namensverzeichnisse der Legionäre rc. verbrann-ten, sich mit der Papierscheere ihre Haare beschnitten, ihre schönenStutzen an den Wänden in Stücke schlugen. In einer Weinstube (Gia-comuzzi?) in der Nähe des Stephansplatzes saß Auerbach. Ein Literatsagte zu ihm:Jetzt geht die Zeit der geheimen Verschwörungen an, diemüssen uns helfen", als ein neuer Gast mit dem Rufe hereinstürzte:Die Soldaten sind da!" Einen Augenblick trat Todtenstille ein, biseiner sich erhob und sagte:Nun wenn sie da sind, sagen wir ihnenguten Abend!" Schon fingen die von den Truppen besetzten Gassenund Plätze der innern Stadt sich zu beleben an. Viele Bürger hattenweiße Sacktücher um den Arm gebunden, als Zeichen friedlicher Ge-sinnung. Immer neue Truppenzüge kamen an, im Vorübermarschdie Hände erfassend, die sich ihnen zum Willkomm entgegenstreckten,Gott segne Sie, meine Herren!" riefen einzelne Bürger, auf dieOfficiere zueilend,Gott segne Sie!" Das Schottenthor wurde vonder Bevölkerung aus freien Stücken geöffnet; von der WähringerGasse rückte eine Abtheilung Militär durch die Schottengasse über dieFreiung auf den Hof, während von der andern Seite die aus derBurg abziehenden Bürger-Grenadiere durch die Bognergasse einbogen.Das Militär besetzte die Hauptwache im Hofkriegsrathsgebände; diewenigen polnischen Lanciers, die sich darin befanden, streckten dieWaffen und wurden in vorläufige Sicherheit gebracht. Aus den um-liegenden Häusern eilten Leute herbei und brachten den SoldatenErfrischungen aller Art; die erste Annäherung zwischen Civil undMilitär war gefunden. Die N.-G,-Wache im bürgerlichen Zeughausmachte einem Trupp Soldaten Platz, Eine Abtheilung drang durchdie Renngasse zum kaiserlichen Zeughaus vor; die Mobilgarden, die