,,Dic Burg brennt!"
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Kohlmarkt auf den Michaelerplatz, als sich ihnen eine Rotte Bewaff-neter mit gefälltem Bajonnet in den Weg warf und sie zur Umkehrzwang. Inzwischen griff die Fenersbrunst mit jedem Augenblickestärker um sich. Die Kupferdächer erglühten so hell, daß das hin-blickende Auge kaum den Glanz ertragen konnte. Im Widerscheindes Feuers leuchtete das ganze Häusermeer der Stadt, über welchemder Stephansthurm bis zum letzten Knauf wie eine Helle Lichtsänlein den schon erdunkelnden Himmel hineinragte. Es war ein Anblickvoll grauenhafter Pracht, ein schauerlicher Schlußpunkt des Dramas,für dessen Opfer die schöne Hauptstadt Oesterreichs von einem ver-hängnisvollen Geschick erkoren war! 2^).
Jin Angesichte der Gefahr, die der Burg ihres Kaisers mit Ver-nichtung drohte, waren die Truppen auf dem Glacis kaum mehr zuhalten, und auch bei den Führern mußte jedes anderweitige Beden-ken schwinden. Der Generalstabsofficier Csorich's Hauptmann Kalikwar für unmittelbare Erstürmung des Burgthors und wandte sich,da sein General im Augenblicke nicht zu finden war, an OberstJablonowski, der sich entschloß, auf eigene Verantwortung das Unter-nehmen zu wagen Die Geschütze schwiegen, das Bataillon Kaiser,von Major Rath geführt, rückte im Sturmschritt gegen das Burg-thor an. Die mächtigen Thorflügel waren zum Theil zerschossen zumTheil vom Feuer angefressen; wo es noch fehlte, halfen die Werk-zeuge der Zimmerleute nach, und über Schutt und Trümmer dran-gen die Soldaten in das Innere der Thorhalle und von da auf denäußern Burgplatz, wo sie sich sammelten. Mehrere Compagnien Oto-caner, eine Division Nassau und eine halbe Batterie Sechspfünderkamen nach; das Burgthor, die Basteien zu beiden Seiten desselbenwurden besetzt, die dort befindlichen Geschütze der Aufständischen, achtan der Zahl, in Empfang genommen. Major Rath rückte auf deninnern Burgplatz. Die Burgwache, Abtheilungen von Bürger-Grena-dieren und Nationalgarden, von deren Bajonneten weiße Tücherflatterten, empfingen die Truppen mit lautem Vivat und Zivio alsBefreier; denn noch im letzten Augenblicke waren jene durch heran-ziehsnde Haufen von Proletariern bedroht worden, von denen beifünfzig von den Soldaten eingefangen wurden.