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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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402 HI- 28. Bombardement der innern Stadt, 31. Octobcr N.-M.

die Häuser drücken, uni nicht von den Splittern eines zerplatzendenHohlgeschosses, von herabfallenden Mauerstücken, Ziegeln, Glasscher-ben oder gar von Waffen getroffen zu werden, welche die Leute inihrer namenlosen Angst durch die Fenster auf die Gasse warfen, ohnezu bedenken, daß sie unten jemand treffen und beschädigen könnten.Schuselka und Fischhof priesen sich glücklich, als sie mit gesunden Glie-dern die Tuchlauben erreichten, wo ihnen der Herausgeber derPresse"menschenfreundlich seine Wohnung zum Zufluchtsort anbot. Sicherwaren nur jene, die sich in die Keller geflüchtet hatten; aber nichtvon Angst frei, wenn sie an die Möglichkeit dachten, daß über ihremKopse das Haus in Brand gerathe. Mehr gegen den Mittelpunktder Stadt, wohin nur vereinzelte Kugeln trafen, standen mancheHausthore offen und waren angefüllt von Leuten, die sich da bar-gen. Dann verließ wohl ein Vorwitziger seinen sichern Versteck undlies auf die Straße, um rasch eine ermattete Kanonenkugel aufzu-lesen, die er sichzum Andenken" behalten wollte. Hier und da ver-trieben sich wilde Gruppen in anderer Weise die Zeit. Unter derEinfahrt eines Hauses in der Nähe des Stephansplatzcs hörte nianeinen Haufen zu der furchtbaren Begleitung des Kanonendonnersvoll verzweifelten Hohns dasGott erhalte" anstimmen; dazwischendie gräßlichsten Flüche auf den Kaiser, auf die Erzherzogin Sophie,auf den Hof. Am Eck des Gasthauses zum Blumenstöcke! stand eineGruppe von Proletariern, die sich ihrer Waffen bereits entledigt unddafür durch einige Schlucke Bier belohnt hatten; es machte ihneneinen Hauptspaß, wenn sie sahen, wie weilenweise ein einzelner Be-waffneter aus der Rauhensteingasse einbog, seinenPlunder" weg-warf und sich dann eiligst wieder davonmachte, oder wenn in derNähe eine Granate platzte, zu der sie ein schallendesHalt's ihnauf!" hinschrien. Die Seitengassen der innern Stadt spielten über-haupt während des Bombardements eine wichtige Rolle. Manchevon ihnen wurden in förmliche Depots von Gewehren, Säbeln,Pistolen, Bajonneten, Patrontaschen, aber auch N.-G.-Röcken, Czakos,Calabresern, polnischen Mützen n. s. w. umgewandelt. Wem dieRuhe des Beobachters gegönnt war, dem boten sich drastische Wahr-nehmungen in Fülle. Z. B. ein bis an die Zähne bewaffneter Volks-wehrmann schreitet festen Schrittes und Blickes durch eine Haupt-straße, biegt dann, wie wenn ihn sein kriegerischer Berns dahin führte,