Stimmungen und Zustände während der Beschießung.
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erfolgte ein Krachen wie wenn tausend Wetter einschlügen, daß denLeuten der Grund unter den Füßen zitterte: eine Granate war durchdas Dach des Hauptgebäudes bis auf den Boden desselben gefallen;im nächsten Augenblicke stand es in Flammen und kreischend stürzte,was sich lebendes im Hause befand, auf die Straße, nicht achtend derGefahren, die hundertfach im Freien drohten^').
Auch das Landhaus und die Stallburg lagen im Bereich desheftigsten Kugelregens. Die Permanenz des Gemeinderathes mußteden Saal, worin sie sich befand, verlassen und ein anderes den ein-fallenden Geschossen minder ausgesetztes Gemach aufsuchen. Die wenigenMitglieder des Reichstagsausschusses, die noch beisammen waren, stan-den Todesangst aus. „Die Schüsse", erzählt Schuselka, „prasseltenso nahe bei uns und die Kugeln fielen so dicht auf dem Josephs-platz nieder, daß starke Nerven dazu gehörten, die ruhige Fassung zubehaupten." Es war, meinte Füster, „als lagerten zwanzig Gewitterüber Wien; so donnerte und blitzte es mehrere Stunden hindurch".Die Permanenz befand sich in dem gegen den Josephsplatz gelegenenTracte in einem Zimmer des zweiten Stockwerks; der Haus-Jnspec-tor machte sie auf die gefährdete Lage ihres Aufenthaltes aufmerk-sam. Am Thore unter ihnen siel ein Mann von einer Kugel ge-troffen nieder. Da packten sie die Acten des Ausschusses zusammen^),um sie mit den andern Reichstagspapieren im Keller zu versorgen,und verließen das Zimmer, um über den Hof durch den rückwärtigenAusgang in die Stallburggasse zu gelangen. Es waren außer denbeiden früher genannten: Fischhof, Bilinski und Prato. Auch Koby-lica, berufen demnächst in seinem Heimathlande eine Rolle zu spielen,und ein anderer galizischer Bauer befanden sich mit ihnen; dieselbenhatten sich in den letzten Tagen fast unausgesetzt in der Nähe desAusschusses gehalten, wo sie nichts thaten als die andern belästigen.Kobylica hatte den Mitgliedern der Permanenz immer in den Ohrengelegen, ihm eine Schrift an den Fürsten Windischgrätz zu geben,mit der er diesem zu Füßen fallen und um Schonung für Wienbitten wolle. Schuselka meinte nicht ohne Grund, es sei dem Mannenur darum zu thun gewesen, mit heiler Haut aus der Stadt zukommen.
Die Straßen waren wie ausgestorben, dis Plätze wie leer gefegt.Die wenigen'Leute, die sich hinauswagten, mußten sich vorsichtig an