Verrätherischer Angriff auf die kaiserlichen Truppen.
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Geschütze saßen, wurden verwundet. Die unverletzt gebliebenen fuh-ren in die Höhe und schwuren den verrätherischen Angriff blutig zurächen. Ohnedieß herrschte vom Anbeginn der Belagerung unter die-ser Truppe die größte Erbitterung gegen die Aufständischen, weildiese ausgesprengt hatten, die Artilleristen würden nicht auf sie schie-ßen, sondern es mit dem Volke halten^).
Seit uni Mittagszeit das verhängnisvolle Sturmläuten vonSt. Stephan neues Unheil verkündet hatte, waren den Bewohnernder innern Stadt drei endlos lange und bange Stunden vergangen.Hundertmal wurde nach der Uhr gesehen, deren Zeiger nicht vor-rücken zu wollen schienen. Nach der vormittägigen Kanonade gegendie Vorstadt Wieden war eine Stille eingetreten, die man sich nichtzu erklären wußte. Man vernahm, daß sich die kaiserlichen Truppenschon lange auf dem Glacis befänden; was zögerten sie mit deniEinmarsch? Man traf Vorbereitungen für ihren Empfang; maulegte sich zurecht, was man weißes im Hause hatte, um es im gege-benen Augenblicke zum Fenster hinauswehen zu lassen. Da miteinemmal krachte es in der Richtung des Burgthores, und gleichdarauf in jener der beiden Kärntnerthore; erst Musketenknattern,dann Kanonengebrüll, schien es erst nur von einer Seite auszu-gehen, doch kurze Augenblicke und von drüben kam die Antwort.Es konnte kein Zweifel mehr sein: der Kampf, an dessen lang ersehn-tem Ende mau angelaugt zu sein vermeinte, hatte von neuem be-gonnen !
Die Schadenfreude der Meuterer auf den Basteien, den unvor-bereiteten Soldaten einen Streich gespielt zu haben, dauerte nichtlange. Von der steinernen Wienbrücke begann das Militär, fast ohneCommando, den unheilvollen Gruß zu erwiedern, nur ungleich kräf-tiger als es die Aufständischen je vermochten. Die Batterie an derTandelmarktbrücke blieb nicht unthätig; jene auf der Terrasse desSchwarzenberggartens mischte ihre Schläge darein; fast gleichzeitigeröffneten, ohne einen Befehl abzuwarten, die Geschütze Csorich's ihrFeuer; von der Casa piccola erdröhnten die Kanonen Hartlieb's, undein Ungewitter begann sich über der unglücklichen Stadt zu entla-den, so allseitig, so andauernd, so furchtbar und betäubend, daß da-gegen alles, was man in den jüngst vergangenen Tagen erlebt hatte,in der Erinnerung erblaßte. „Das Schießen der Vertheidiger", sagt