344 '-'4. Ereignisse und Zustände in den ungarischen Ländern.
gleich einzuschreitm und die Schuldigbefundenen weiterer Behandlungzu überliefern.
Der Erlaß Puchner's war gegen beide Seiten der im Kampfesich gegenüberstehenden Bevölkerung gerichtet, wie denn auch Unrechtund Unthaten hüben und drüben in gleichem Maße wucherten.Wurde im Süden und Südwesten des Landes die Entwaffnung derunivnistischen Bevölkerung durch die Kaiserlichen durchgeführt, so wares in Klausenburg, Nagy-Enhed und Marvs-Vasürhely die magyarischePartei, die angriffsweise vorging. Ein Kundmachung Vaj's vom23. October bot allgemeinen Landsturm auf. „Es soll jedermannaufstehen, jung und alt die Waffen ergreifen und sich zur Berthendigung des Vaterlandes vereinen. Die tapfere Szekler-Nation wirdsich in Masse erheben und ihren jenseits des Königsberges wvhneinden magyarischen Brüdern ohne Verzug zu Hilfe ziehen! Wer da-wider handelt, wird seiner Rechte und Habe für gänzlich verlustigerklärt und sein Grundbesitz jenen als Belohnung zugesprochen, diezur Rettung des Vaterlandes mit Erfolg beitrugen." Vaj's Aufrufwurde von allen Kanzeln im Ungarn- und Szekler-Lande verlesen;„alle kaiserlichen Truppen", hieß es, „seien Rebellen geworden, dieden König zu entthronen, Siebenbürgen in eine fremde Provinz um-zuwandeln strebten". Puchner und Vaj hatten sich den Krieg erklärtund das unglückliche Land zahlte die Kosten. Am 23. winde das La-ger des Romanen-Führers Produ bei Mogina (Muzsina) von denNagy-Enyeder Garden unter Anführung Stephan Kemöny's über-fallen und auseinandergesprengt. Ein Hauptmann von Karl Ferdi-nand, der mit den Angreifern gemeinsame Sache machen zu wollenschien, wurde von seinen Soldaten gezwungen, sie aus Nagy-Enyednach Karlsburg zu führen. So wirr waren in jenen traurigen Zeit-läuften Pflichttreue und Pflichtvergessenheit durcheinander gewürfelt!Fast gleichzeitig wurde das Lager des Barauz bei Nagy-Lük vonden Szeklern aus der Aranyos unter Führung des Honvöd-MajorsBünffy und des Grafeil Gregor Bethlen, eines der renvmmirtestenSportsmen des siebenbürgischen Adels, auseinandergetrieben, beiwelcher Gelegenheit, nach ungarischen Berichten, 100 Romanen ge-tödtet oder verwundet wurden und ein Szekler fiel'""). Verwüstungund Grausamkeit gingen mit diesen Siegen Hand in Hand. Kaumverging ein Abend, wo nicht der vom Feuerschein geröthete Himmel