338 24. Ereignisse und Zustände in den ungarischen Ländern.
Allein zur bittern Enttäuschung der Unterstädter zog Coric am 25.wieder ab, auf Anstiften, wie es allgemein hieß, des jungen Majorats-herrn von Vukovar, Grafen von Eltz. Die untere Stadt, von ihrenVertheidigern entblößt, von der Festung aus beschossen, steckte dieweiße Fahne aus. Batthyriny ließ sie besetzen und die Führer derkroatischen Partei, die nicht, wie Vukovic, M. Georgijevic, ihr Heilin der Flucht suchten, als Geißeln auf die Festung bringen; dieübrigen Nationalen wurden entwaffnet, mußten Treue und Gehorsamfür die Zukunft versprechen und die ungarische Tricolore aufziehen.Die Garnison von Essegg bildeten je zwei Compagnien Alexander undWasa und vier Divisionen Zanini; die pflichtgetreuen Officiere derbeiden ersteren Regimenter traten zusammen und beschlossen, bei ihrerMannschaft auszuharren, um sie nicht vollends den Verlockungskünstender abtrünnigen Trevisaner und der Neuangekommenen Honvödsanheimfallen zu lassen. General Jovic, der sich schon früher vomOberbefehle thatsächlich loszumachen gewußt hatte, verließ acht Tagespäter, 3. November, die Festung; „dieser Mann ist in Ehren abge-zogen", hieß es in ungarischen Blättern.
Je wichtiger für die magyarische Sache die Besitznahme vonEssegg war, eine desto bedenklichere Gegenströmung hatte sie andrer-seits zur nächsten Folge. Die slavonische Umgegend erhob sich; dieBevölkerung, wüthend über den verrätherischen Verlust eines ihrerbedeutendsten Stützpunkte, fiel über Vukovar her und erschlug denGrafen Eltz, 26., dessen Einverständnis; mit Batthyüny aus den imSchlosse Vorgefundenen Papieren zum Vorschein kam. Coric wurdefestgenommen und gefangen nach Karlovic gebracht. Die ganzeBroder und Gradiskaner Gränze gerieth in Gährung. Ueberall standder Landsturm auf. In Mitrovic griff die gesammte männliche Be-völkerung, jung und alt, zu deu Waffen; Leute von einer halbenMillion im Vermögen standen in ihren Reihen; Tadia Brkic, Nado-savljevic u. a. übernahmen die Führung. Die von dem verunglück-ten Zuge der Generale Roth und Philippovic ohne Waffen undFührer, ausgehungert und abgehetzt zurückgekehrten Gränzer standenneu ausgerüstet im Felde — Ra deckt) hatte eine große Anzahl denPiemontesen abgenommener Gewehre gesandt — und lechzten unterdem Befehle des G.-M. von Trebersburg nach einer Gelegenheit, denSpott und die Vorwürfe, die sie von ihren erbitterten Landsleuten