Bombardement von Arad.
339
zu erdulden hatten, durch würdigere Thaten zum Schweigen zubringen. Ganz Kroatien und Slavonien durchdrang ein frischerGeist, als ihr verehrter Banns siegverheißende Kunde von seinemErscheinen vor Wien sandte, zu muthvoller Ausdauer in ihrer ge-rechten Sache anspornte, aber zugleich zu unverbrüchlicher Aufrecht-haltung von Ordnung und Gesetzlichkeit mahnte, 26. und 27. Inseinem Aufträge verkündete das Agramer Generalcommando dasStandrecht gegen alle Aufwiegler, die in den Gränzbezirken zumAbfall von der kaiserlichen Sache verlocken wollten, während F.-M.-L.Dahlen im Namen des Banus einen General-Befehl erließ, daß demFestungs - Commandanten Blagoevic von Peterwardein, der sich derPester Regierung unterworfen, in keinem Falle zu gehorchen, sondernjede von dorther kommende Depesche uneröffnet zurückzusenden sei.
Zwischen der Theiß und Maros standen die Dinge nicht günstigerfür die Magyaren. Zwar hatte Major Mariassy mit 5500 Mann— darunter das 29. Honvöd-Bataillou, die gefürchteten „Nothkäpp-ler" —, 230 Pferden und 8 Geschützen^) bei Lippa und Pöcska,oberhalb und unterhalb von Arad, die Maros übersetzt, war trotzeines glänzenden Gefechtes, das ihm die tapfern Schwarzenberg-Uhlanen am 21. Oktober bei Eugelsbrunn lieferten, gegen Nen-Aradvorgedrungen und hatte die daselbst stationirten Uhlanen genöthigt,sich hinter die Mauern der Festung zurttckzuziehen. Doch ein heftigesBombardement, womit die neuen Ankömmlinge gleich am 23. begrüßtwurden^), Ausfälle der Besatzung und kleine Gefechte, die den Be-lagerern unausgesetzt zu schaffen machten, lieferten den Beweis, daßdie Eingeschlossenen ihr Spiel keineswegs verloren gaben, vielmehrdarauf zählten, daß ihre benachbarten Waffenbrüder im Banat undjenseits des transsylvanischen Gränzwalles im geeigneten ZeitpunkteHilfe bringen würden. Es gehörte unter die erhebensten Wahrneh-mungen damaliger Zeit, wie in jenen entlegenen Gebieten, wo manum zwei, um drei Wochen später erfuhr, was in den westlichenTheilen der Monarchie vorging, jede von dort kommende Hiobspostauf die Kaiserlichgesinnten eher ansporueud als entmuthigeud wirkte,und wie die österreichischen Patrioten, je trostloser dort die Dingestanden, desto mannhafter und unerschrockener zusammenhielten, umzu schützen und zu retten, was in ihren Kräften stand. In Temesvürtrat, mit dem früheren Comitats-Administrator Baron Ambrözy, dem
22 *