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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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336
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ZZ6 III. 23. DaS Schicksal Wiens und die mitteleuropäische Revolution.

konnten, daß in Wien die Sache des Aufstandes die Oberhand be-halte. Ganz anderer Meinung aber waren die Männer der Linkenund es erfolgten ans diesem Anlässe in der Paulskirche wiederholt dieheftigsten Auftritte. Am 30. October richtete der Abgeordnete Josephan das Ministerium die Anfrage:ob es davon Kenntnis habe, daßin Wien Studenten vom Militär aufgehängt werden, und ob esmeine, daß das Leben eines Studenten weniger Werth sei als daseines Grafen und Ministers?" Nauwerck interpellirte:welche Schrittedie nach Oesterreich gesandten Reichs-Commissäre gethan, um ihrerAufgabe zu genügen?" Aehnliche Fragen stellten Demel und Rank.Nachdem die Minister Mohl und Schmerling geantwortet, erhob sichNauwerck abermals und brachte den dringlichen Antrag vor:demMinisterium aufzugeben, sofort die Aufhebung des Belagerungszu-standes und die Entfernung sämmtlicher Truppen von Wien anzu-vrdnen und, um diesem Befehle erforderlichen Nachdruck zu geben,auf's schleunigste Reichstruppen aufzubieten". Die Versammlung ließNauwerck nicht zur Begründung seines Antrages zu; er zählte zujenen Rednern des Hauses, die man selbst unter gewöhnlichen Um-ständen nicht gern hörte. Nach ihm versuchte Rank den gleiche»Antrag in anderer Form vorzubringen; doch er erfuhr dasselbe Schick-sal wie sein Vorgänger. Die Sache schien abgemacht und es wurdenandere Dinge vorgenommen, als Demel bemerkte, er habe über dieDringlichkeit des Rank'schen Antrages namentliche Abstimmung ver-langt und der Präsident habe es verweigert.Allerdings", sagteGagern;wir gehen zur Tagesordnung über!" Zimmermann vonSpandow stürzte auf die Rednerbühne:Der Präsident hat durchjene Weigerung die Geschäftsordnung verletzt; ich trage darauf an,daß die Versammlung erkläre, daß er zu diesem Verfahren nicht be-fugt war." Darüber erhob sich ein Sturm in der Versammlung,durch den sich der Präsident kaum vernehmbar machen konnte:erhabe dem Verlangen Demel's darum nicht entsprochen, weil es nicht,wie es geschehen sollte, vor Schluß der Diskussion gestellt worden". DieLinke tobte und lärmte. Vogt verlangte das Wort, das ihm Gagernverweigerte. Rühl rief hinauf:Sie dürfen gar nicht präsidiren inIhrer eigenen Sache!" Es bedurfte längerer Zeit, ehe sich der Sturmlegte. Noch brachten I. N. Berger und Wiesner einen dringlichenAntrag ein:die Reichs-Commissäre Welcker und Mosle zurückzu-