Antrag Waldeck's zu Gunsten der Wiener.
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ihr Banner wieder erbeben, mit dem Siege Wiens werde sie fürimmer vernichtet sein". An demselben Tage verbreitete sich das Ge-rücht, Silberstein aus Wien und Senin aus Dresden, zwei der ge-strigen Zelten-Sprecher, seien wegen hochverrätherischer Reden ver-haftet worden, was den Hetzern neuen Stoff gab, die Aufregung derMassen zu steigern.
Ju der preußischen National-Versammlung hatte Waldeck, Führerder äußersten Linken, am 28. zu einem der Vice-Präsidenten gewählt,den Antrag gestellt, „das Staats-Ministerium aufzufordern, zumSchutze der in Wien gefährdeten Volksfreiheit alle dem Staate zuGebote stehenden Mittel und Kräfte schleunigst aufzubieten". Dienstagam 31. N.-M. sollte darüber verhandelt werden; für den Vormittagstand die fortgesetzte Beralhung der Grundrechte auf der Tagesord-nung. Der Adel wurde abgeschasft. Der polnische Graf Cieszkowskigab im Namen seiner Standesgenossen die Erklärung ab, auf allebisherigen Vorzüge und Vorrechte zu verzichten. Ein Antrag überbotden andern an vollständigem Brechen mit der Vergangenheit. Eswar, als wollte man ein Seitenstück zu der berühmten Nachtsitzuugvom 4. August 1789 bei Hellem Tage iu Scene setzen. Die Führungadeliger Benennungen und Prädicate wurde verboten; Orden, alleAuszeichnungen und Titel, die nicht das Amt bezeichnen, sollten auf-hören re. Mittlerweile wurde es auf dem Platze vor dem Schau-spielhause immer lebendiger. Zwischen zwölf und ein Uhr bewegtesich ein Zug, über tausend Köpfe zählend, Rüge und Kriege, Präsi-dent des demokratischen Bürgerwehr-Vereins, an der Spitze, mit demBanner des Vereins, den rothen Fahnen des „souverainen Linden-Clubs" und der „politischen Ecke", der Weißen Fahne der Maschinen-bauer, von: Alexauderplatz durch die Königsstraße und bog über dieSchloßfreiheit unter die Linden ein, wo ihm zur Seite — ein be-deutsames Gegenbild! — ein Bataillon des 24. Regiments mit klin-gendem Spiel in seine Caserne zurück marschirte. Als man auf denGensdarmenmarkt kam, fand man den Platz vor dem Sitzungsgebäudevon zahlreichen Gruppen erfüllt, die Aufgangstreppen zu demselbendicht besetzt; „Mann an Mann, wie Athenienser im Schauspielhause,saßen sie da", erzählt Rüge. D'Ester zeigte sich, dem Rüge mit zweiBürgerwehrmännern zur Seite die Petition wegen schleuniger Unter-stützung der Wiener überreichte; d'Ester theilte der Menge mit, daß