Polen und Rnthencn.
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Joseph's Zeiten empfangen hatten. Die gleiche Anhänglichkeit an diekaiserliche Sache bewiesen die den östlichen Theil des Landes bewoh-nenden Ruthenen in allein und jedem. Seit langen Jahrhunderteil vonden Polen unterdrückt, gehöhnt und verletzt, selbst in ihrem nationalen Dasein verläugnet, schien für sie die Stunde der Befreiung endlichgeschlagen zu haben und sie zeigten sich rührig genug, von der willkom-menen Gelegenheit Gebrauch zu machen. Um der polnischen Organisation das Gleichgewicht zu halten beriefen auch sie eine Nationalver-sammlung nach Lemberg, setzten in allen Kreisstädten des ruthenischenSprachgebietes Ausschüsse nieder und sprachen als Grundsatz ans,treu zur Regierung zu stehen und sie in allem zu unterstützen, wiehinwieder sie in ihren loyalen Bestrebungen von der Regierung unter-stützt zu werden hofften.
In letzterem sollten sie sich nun für's erste arg täuschen. DieOrgane der Negierung gaben selbst mehr und mehr dem Drucke nach,den die polnische Partei auf sie übte. Von dem Wiener Ministeriumim Stich gelassen, zeigten sich die treugesinnten Beamten kleinlaut undeingeschüchtert, während viele ihrer Berufsgenossen, Polen von Geburt,der nationalen Sache jeden thunlichen Vorschub leisteten. Unter denpolnischen Nationalen selbst gewannen die Extremen in demselbenMaße stärkeres Uebergewicht, in welchem im Kaiserstaate, alles ausden Fugen zu gehen schien. Zertrümmerung Oesterreichs, Verschmel-zung seiner westlichen Hälfte mit Deutschland, Abtrennung der un-garischen Länder, war die geheime Parole die alle ihre Schritte leitete.Die polnische Partei im Reichstage wußte sich sowohl durch ihretreffliche Parteiorganisation als durch eine Reihe glänzender Redner,unter denen Smolka durch ruhige Klarheit, Graf Dunin-Borkowski- durch schlagfertigen Witz und ätzende Satyre sich bervorthaten, einenEinfluß zu verschaffen, den sie im Verein mit der deutschen Linkenzur Unterstützung aller ihrem Programme förderlichen Anträge be-uützte-'ch. In Galizien nahmen die Dinge mit jedem Tage einebedrohlichere Gestalt an. In den kleineren Landstädten bildetenweggejagte Finanzwachaufseher, abgewirthschastete Oekonomen unddas Heer der auf der niedersten Bildungsstufe stehenden Schreiber,meist mit einein fanatischen (lqt.-tath.) Geistlichen an der Spitze, dieElemente der Nationalräthe, die sich mitunter, wo ihnen die Schwächeder Behörden zu statten kam, eine solche Gewalt anmaßten, daß mail