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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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304 Ikl. 22. Eindrücke und Einwirkungen der Wiener Ereignisse.

seine Nationalität die politische Freiheit, und stand diese, so fragtensich die Parteiführer, nicht in offenbarer Gefahr, wenn Windischgrätzmit dem eroberten Wien verfuhr, wie er vier Monate früher mitdem bezwungenen Prag verfahren? Für den Augenblick schien dieletztere Befürchtung die dringendere, und so kam es, daß sich zuletztalle politischen Körperschaften und Vereine Prags zu einer gemein-schaftlichen Adresse verstanden, die eine große Deputation, achtund-zwanzig Köpfe stark, mit dem Bürgermeister an der Spitze, nach Ol-müz zu bringen hatte 2 "). Bei Hose war beschlossen worden, sich,nachdem einmal dem Fürsten Windischgrätz unbedingte Vollmacht ge-geben worden, in keine anderweitigen Verhandlungen einzulassen unddarum Sendschaften mit Hinweis auf jenen Umstand nicht zu em-pfangen. Das ließ sich aber, ohne unnöthigerweise zu verletzen, nichtimmer durchführen. Auch den Prager Abgeordneten wollte man an-fangs nicht den Zutritt vor die Majestäten gönnen und ließ sie dasin der beleidigendsten Weise fühlen. Als sie am 31. den erzbischöf-lichen Palast betraten, wurde ihnen in der Durchfahrt von demwachthabenden Officier bedeutet, daß man von einer ihnen anbe-raumten Audienz nichts wisse. Sie wollten die Stufen hinanschrei-ten; doch jener stellte sich ihnen entgegen, berief sich, da ste überdieses Benehmen ihre laute Entrüstung aussprachen, auf seinen Auf-trag und gönnte nur dem Bürgermeister freien Aufgang. Erst alsdieser zurückkam, ließ man sie die Treppe hinauf; sie mußten aberneuerdings in einem Corridor warten, bis sich eine Thür öffneteund Fürst Lobkovic, hinter den Wachen stehen bleibend, ihnen dieStunde des gestatteten Empfanges hinausrief. Erst die entschiedeneVerwahrung, die sie über eine so unwürdige Behandlung derAbge-ordneten der böhmischen Nation" beim Minister-Präsidenten einleg-ten, brachte zur anberaumten Empfangszeit eine geziemendere Auf-nahme zuwege. Die Audienz selbst konnte keinen Erfolg haben. DerKaiser sagte, daß er sich nicht in der Lage fühle, über das, was mitWien zunächst geschehen werde, einen bestimmten Ausspruch zu thnu.Die Kaiserin Maria Anna, von der sie in besonderer Audienz freund-lich empfangen wurden, erklärte, daß sie ganz an ihrem Gemahl demKaiser halte und ihm vollkommen gleich denke.Mit Freude", fügtesie bei,würde Ich für die Stadt sprechen, sobald deren Bewohner