Adressen zu Gunsten Wiens.
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Zeit, „durch ein Wort der Milde und Versöhnung Thron undDynastie zu retten" —, es möge dcni Oberfeldherrn aufgetragen wer-den „unter annehmbaren Bedingungen mit Wiens Bevölkerung zuunterhandeln", oder verlangten, Se. Majestät solle verfügen, „daßdie vom F.- Bl. Fürsten Windischgrätz eingeleiteten Maßregeln aufge-lassen und die zu treffenden Verfügungen mit dem am 19. erlasse-nen Manifeste in Einklang gebracht werden"; wenn jedoch dasäußerste geschähe und Wien militärisch besetzt würde, so sollten, mitVermeidung jedes ausnahmsweisen Zustandes, die Civil-Autoritätenungesäumt wieder in die volle gesetzliche Wirksamkeit treten"^').
Die großartigste dieser Kundgebungen im Interesse des bedräng-ten Wien war unstreitig die der böhmischen Hauptstadt, obgleichgerade in Prag die Stimmung aus begreiflichen Gründen eine vonvornherein getheilte war. Einest Heils sah man auf böhmischerSeite sehr wohl ein, was in dem gewaltigen Kampfe an der Donauans dem Spiele stand. Wenn Wien nicht bezwungen wurde, dannhatten der Magyarismus und die Frankfurter Linke ihren unheil-vollen Bund besiegelt und es gab keinen österreichischen Kaiserstaatmehr; dann bildete die Leitha den Gränzfluß, nicht mehr zwischendem Königreich Ungarn und dem Erzherzogthum Niederösterreich, son-dern zwischen dem Magyarenreiche und der deutschen Republik, dieihre Kräfte vereinigten, das von beiden gehaßte und gefürchteteSlaventhnm aus dem Herzen von Europa ausznmerzen, wie durchdie Arbeit früherer Jahrhunderte bereits das Elbslaventhum vomErdboden vertilgt war. In einer großen, von mehr als zweitausendMenschen besuchten Versammlung, welche die Prager Slovanskü Lipaam 26. im Saale der Sophieninsel abhielt, sprach Sabina dieß offenaus. „Der Ursprung des Wiener Aufstandes sei kein demokratischer;anfangs von rein nationaler Färbung, habe die Empörung erst spä-ter einen politischen Charakter angenommen. Die Linke des WienerReichstages habe Lombards-Venetien, Galizien, Ungarn freigebenwollen, um den Rest der österreichischen Monarchie in Deutschlandaufgehen zu lassen. Wie aber würde es den österreichischen Slavenergehen, wenn jene ihren Zweck erreichte? Nur so lange Oesterreichaufrecht stehe, fänden die in der Minderzahl befindlichen Nationali-täten Schutz!" Anderntheils liebte man aber nicht weniger als