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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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III. 22. Eindrücke und Einwirkungen der Wiener Ereignisse.

Landbevölkerung in allen Kronländern von Unordnung und Unruhenichts wissen wollte. Allerdings gingen nun jene Kundgebungendurchaus von größeren und kleineren Städten aus und gab es injeder derselben ein Häuflein solcher, denen es mit Begünstigung desAufruhrs aufrichtiger Ernst war. Sicher jedoch war das überall dieentschiedene Minderheit, und wie kam es dann, daß diese Minder-heit doch den Ton angab und die Andern in denselben einfielen?Daher kam es: daß es in Tagen politischer Aufregung unter allenUmständen für volksthümlich und freisinnig gilt, sich für die Menge,und wäre die Sache der Regierung die gerechteste und vernünftigste,auszusprechen, und daß die Zahl jener, die den Werth ihrer Ueber-zeugung höher anschlagen als die Gefahr gegen die herrschende Mei-nung zu verstoßen, überall und jederzeit eine verschwindend kleine ist.Da erklärte sich denndie immer getreue Stadt Steher" in Ober-österreich in tiefste Betrübniß versetzt durch die militärischen Zwangs-maßregeln, diemit unerwarteter und außerordentlicher Strenge"gegen dieuralte Hauptstadt der Gesammt-Monarchie" in Anwen-- düng gebracht würden. Da schauderten die Einwohner der schlesischenStadt Bielitz vor Entsetzen,daß man den Centralpunkt aller geisti-gen und materiellen Interessen der Gesammt-Monarchie mit demäußersten und letzten Gewaltmittel bedroht". Da sprach der deutscheCentral-Verein von Neichenberg sein misbilligendes Erstaunen überdiePienipotenz" aus, die mau in die Hände eines Feldherrn legenkonnte, der in Wiens Bevölkerungmehr den unversöhnlichen Feinddes Vaterlandes als die auf's äußerste getriebenen Kämpfer für einekaum errungene Freiheit zu erblicken scheint" u. dgl. m. Wenn esnun aber darauf ankam vorzuschlageu, wie denn eigentlich, ohne Ge-walt mit Gewalt zu bekämpfen, das Gleichgewicht wieder hergestelltwerden solle, so begnügten sich die Einen mit der Bitte, der Kaisermöge dem Reichstage,der die Rechte des Thrones wie die Volks-freiheit zu wahren den unerschütterlichen Muth hat", seinungetheil-tes Vertrauen schenken". Andere schlugen vor,die Vermittlerhaudder deutschen Neichsgewalt" zu ergreifen oder eine Pacificirungs-Commission" aufzustellen,Männer allseitigen Vertrauens" zu bevoll-mächtigen, diedas hochwichtige Friedenswerk ungesäumt beginnenund auf constitutiouellem Wege zum Wohle des Gesammtstaatesbaldigst vollenden". Wieder Andere wollten denn noch sei es