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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Nachtvcrhandliing in Hetzendorf.

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beus. Flüche und Verwünschungen, Schimpf und Hohn, Drohungender gemeinsten Art begleiteten die Deputaten, trotz des ihnen beige-gebenen Geleites, auf ihrem ganzen Wege, und selbst an Kugelnfehlte es nicht, die ihnen an den Köpfen vorbeisaustenEs wartiefe Nacht, als man in Hetzendorf eintraf. Im kaiserlichen Lust-schlosse lag alles bereits im Schlafe. General Mertens erschien, balddarauf Graf Nobili, der ihre Vollmachten einsah und sie beim Feld-marschall anmeldete. Es dauerte nicht lange, so trat Windischgrätzein, der sie ernst, doch ohne Härte ansprach:Ich habe Sie langeerwartet, und glaubte nicht mehr, Sie heute noch zu sehen. Den-noch habe ich noch spät am Abend meine Befehle geändert; es würdeIhnen morgen nichts geschehen sein!" Mit dankender Ergebenheitnahmen die Abgesandten diese wohlwollenden Ausdrücke entgegen.In der That hatte Windischgrätz eine äußerst mild gehaltene Pro-clamation abfassen lassen, die sich bereits im Drucke befand, um beimEinmarsch seiner Truppen hinausgegeben zu werden. Hütter ergriffdarauf das Wort, indem er die unbedingte Unterwerfung der StadtWien anzeigte, zugleich aber das Ersuchen daran knüpfte, an dieHerzensgüte des Fürsten einige Bitten richten zu dürfen. Sie be-trafen: Gnade für die durch alle Künste der Verführung zum Ab-fall gebrachten Soldaten; freien Abzug der akademischen Legion;Pässe für alle, die Wien oder Oesterreich verlassen wollten. DerFürst hörte den Sprecher ruhig an, indem er kurze Bemerkungeneinflocht; nur bei dem zweiten Punkte rief er:Nein, nein, daskann nicht sein!" Im allgemeinen erwiederte er, er könne auf dievorgebrachteu Bitten vom Fleck weg nicht eingehen, er könne nichtsversprechen;übrigens", setzte er begütigend hinzu,werde ich allesthun, was sich mit meinem Gewissen und mit meiner Ehre verträgt;ich werde den Wienern zeigen, daß ich nicht so bin, wie man in derMehrheit von mir denkt". Was die verlangten Auslieferungen be-traf, so erlaubte sich die Deputation zu bemerken, Pulszky habeschon seit acht Tagen Wien verlassen, Schütte dagegen erklärt, sichjeden Augenblick stellen zu wollen; Bein sei kein polnischer Emissär,sondern österreichischer Unterthan, in Galizien geboren, der Lember-ger Nationalgarde eingereiht und von den Wiener Behörden zurLeitung der Vertheidigungsmaßregeln berufen worden. Zuletzt batendie Abgesandten auf das dringendste, dem Fürsten wolle es ge-