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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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292 II- 21. Unbedingte Unterwerfung Wiens 29 39. Oktober.

Wiedener völlig vertraut mit den Soldaten verkehrten. Die steiri-schen Studenten lieferten ihre Waffen an das Bezirks-Commandoaus und wollten von Fortsetzung des Kampfes nichts mehr wissen.Der Studentenausschuß löste sich auf; sein letzter Beschluß war, daßsich die Mitglieder in die Vorstädte begeben und dort für den Frie-den wirken sollten. Nach und nach wurde es still in den seit denMärztagen so geräuschvollen Räumen. Man sah einzelne Akademikerihre Sachen zusammenpacken und noch denselben Abend saß ans man-chem Jünglingshaupte, von welchem seit Monaten die Feder deskecken Calabresers geflattert hatte, ein ehrsamer Cylinder^). DerUniversitätsplatz wurde öde und verlassen; hin und wieder kam einHäuflein Bewaffneter herangezogen, doch ihre Stimmung war ge-drückt. Die Stadtbewohner zogen sich in ihre Häuser zurück undTodtenstille herrschte in den von den Kerzen in den Fenstern spär-lich erleuchteten Straßen. Die Brände, die seit vier Nächten ringsum die Stadt lohend den Himmel geröthet hatten, waren erloschenund ein dichter Nebel lagerte sich verfinsternd über die ganze Stadt,gleichsam als ob der Himmel einen Schleier ziehen wollte über dieSchrecknisse der vergangenen Tage"^«;.

Doch verging die Nacht nicht an allen Punkten ohne aufregendeScenen. Mehrere der demokratischen Führer beriethen in geheimerSitzung, was unter den obwaltenden Umständen zu thun sei. Bechermachte den Vorschlag, sich beim Einzuge der Truppen in Masse zuden Ungarn durchznschlagen und zwanzig bis dreißig einflußreichePersonen der Gegenpartei, Mitglieder des Gemeinderathes, schwarz-gelbe Bezirks-Chefs, den Minister Kraus, als Geißeln in die Mittezu nehmen. Fenneberg legte das unsinnige eines solchen Planes dar.Nicht ein Mann", bemerkte er mit Recht,würde bei einem solchenUnterfangen lebend in das ungarische Lager kommen." Auch Jellinekwar dagegen;die Führer möchten sich am besten einzeln durchschla-gen, den kleinen Leuten werde man es nicht entgelten lassen". Eineandere Versammlung fand im Gasthofezur Ente" statt. Es herrschteda Entrüstung über Messenhauser's Beschluß; es gab keinen Hohnund Schimpf, den man seinem Namen nicht beisetzte. Reden derwüthendsten Art wurden gehalten. Unter jubelndem Gejohle wurdeeine Proscriptionsliste angefertigt, auf der mau bald mehr als hundertNamen beisammen hatte; einer der Anwesenden, Journalist der rothen