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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Sehnsucht nach Ruhe.

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so mußte man darauf verzichten; auswärtige Blätter gab es schonlauge nicht und von den städtischen war es die einzigeWiener-Zeitung", die ihr Dasein bis zum 29. fristete. Aber nun mußte ja alleswieder in's Geleise kommen! Im Pvstamtsgebände am alten Fleisch-markt standen seit morgens 8 Uhr sämmtliche Malle-Wagen bespannt,die Conducteure warteten von Minute zu Minute auf das Zeichen zurAbfahrt. Schaaren strömten nach den Basteien, von denen sie zuden ersten kaiserlichen Truppen hinübersehen konnten. Selbst derMobile und Arbeiter sah seine Arbeit als gethan an. Hier hocktein einer Ecke ein Proletarier und zählte in seine auf dem Knie ge-haltene Mütze die erbettelten oder erbeuteten Silberzwanziger; dortsprachen zwei Zerlumpte von dem Schmaus, den sie im Gasthaus gehabt:es sei ja doch das letzte Geld, das ihnen der Gemeinderath gespendet".

Auch in den rechtsufrigen Vorstädten war es meist still undruhig. Von vielen Thürmen wehten weiße Fahnen. Selbst in jenen,die sich noch nicht unterworfen hatten, herrschte ein gewisses sonn-tägliches Leben. Die Hauptstraße von Mariahilf war mit Barrika-den übersäet, zwischen denen es von Spaziergängern wimmelte. VomNeuthor bis zum Kärntnerthor war der Verkehr zwischen Stadt undVorstädten ganz ungehindert; Frauen, Kinder, unbewaffnete Männergingen unbeirrt ab und zu wie im tiefsten Frieden. Von der Nuß-dvrfer Linie zogen Abtheilnngen der Brigade Parrot durch die obereund untere Hauptstraße zum Liechtensteingarten und von da weiterin die Nossau, wo sich um halb zehn V.-M. ein k. k. Officier miteiniger Mannschaft zeigte. Ihr erster Gang war in die Kirche, ihrzweiter auf das Bezirksamt, von wo die abgelieferten Waffen aufWagen geladen und unter militärischer Bedeckung nach Klosterneuburggeschafft wurden. An der Hernalser Linie hielten noch einige ArbeiterauZ, bei Himmel und Hölle schwörend, jeden niederznschlagen, derweichen würde; fast den ganzen Tag hindurch feuerten sie hinaus.Doch sie blieben ohne Unterstützung. In den anliegenden Vorstädtenherrschte Verwirrung; die Leute liefen durcheinander, die verschie-densten Gerüchte kreuzten sich. Beim Bezirks-Commando hatte manden Kopf verloren; von der militärisch besetzten Rossan konnten dieVertheidiger der Alservorstadt jeden Augenblick im Rücken gefaßtwerden; Ordonnanzen eilten zum Ober-Cvmmandv, Bericht zu erstattenund Weisung zu holen Zuletzt schlichen auch die Arbeiter einernach dem andern davon, das Schottenthvr zu erreichen; in den