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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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280 n 20. Verhandlungen wegen Uebergabe der Stadt, 28 20 .

ironischesdeutsches Vaterland" zmn Besten. Die übrigen Theileder Bastei waren nur schütter besetzt; einzelne Geschütze, die mit ge-senktem Haupte dastanden, schienen zu keinem Gebrauche mehr be-stimmt zu sein. Einige Strecken, wie beim Burgthor, waren gänzlichverlassen. Auf den der Landstraße und den Weißgärbern gegenüber-liegenden Wällen sah man noch einzelne Störenfriede, die mit derBüchse in der Hand jeden Kroaten, der sich zeigte, trotz der über-großen Schußweite auf's Korn nehmen wollten. Allein drüben imkaiserlichen Lager war alles still; auch dort schien man Sonntags-ruhe zu halten. Doch traf man Vorbereitungen für eine möglicheWiederaufnahme des Kampfes. Ani Hauptzollamtsgebäude wurdenKanonen in den zweiten Stock hinaufgewunden, andere in die Bogen-fenster derHeumarkt-Caserne postirt, auf der Terrasse des Schwarzenberg-gartens Verschanzungell für eine Batterie aufgeworfen, im obern Theiledes Belvedere Bombenkessel eingemauert.

Nach dem furchtbaren Lärm und Getobe des gestrigen Tagesherrschte am 29. in der inneru Stadt eine wohlthuende Sabbathstille,wie die Einen, oder die Ruhe des Kirchhofs, wie die Andern sag-ten "'H, und wie um den Gegensatz vollständig zu machen, widerriefMessenhauser in einer eigenen Kundmachung das Gebot der frühe-ren Tage, alle Thore und Fenster im Falle entbrennenden Kampfeszu öffnen, alsauf Verhältnisse begründet, die gegenwärtig nichtmehr bestehen". Das Wetter war hell und freundlich; das Gewogeauf den Straßen bot ein ruhigeres Bild, als man es seit Wochengewohnt war. Leute in Sonntagskleidern, besonders Frauen, wandel-ten nach den Kirchen, in deren friedlichen Räumen mancher mitheißer Inbrunst im stillen erflehte, was er sich laut noch uicht aus-zusprechen getraute. Doch selbst diese Scheu war nicht überallmehr am Platze. Zum erstenmale seit dem 6. October wagte sich dieSehnsucht nach Ruhe, nach Ruhe um jeden Preis, mit offener SpracheHeralls. Auf der Schottenbastei durften mehrere Garden von ihrenOffieieren die Uebergabe der Stadt verlangen, ohne von Anders-meinendenschwarzgelbe Hunde" gescholten zu werden. Durch mehrereStraßen sah man Reiter sprengen, weiße Friedensfahnen schwin-gend. In den Caffees und Restaurationen begann es sich neu zubeleben, aus bloßem Behagen, die ersten freien Augenblicke in altge-wohnter Weise zu genießen. Denn was die Zeitungs-Lectüre betraf,