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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Gräuel und Verwüstung.

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tär zur Last gelegt wurde, was entweder ganz erdichtet oder vonAndern begangen war'^). Wo der Soldat mit stürmender Handin ein Haus drang, aus dem geschossen worden, kannte seine Ver-nichtungswuth keine Gränzen, und selbst das Wort des Officiers warunvermögend ihn zu bändigen. Ob schuldig oder unschuldig, ob einbewaffneter Proletarier oder ein zitterndes Dienstmädchen, was ihmin der ersten Wuth vor die Spitze seines Bajonnets kam, wurdeerbarmungslos niedergestoßen. Wo in' einer Gasse ganze Häuser-reihen unversehrt, nur etwa mit Kngelspuren an der Außenseite, da-standen, aber in einigen Fenster des untersten Geschosses, etwa ineinem Greißlerladen oder einer Wirthshausstube, die schwarzen Spu-ren hervorgebrochener Flammen sichtbar waren, da hatte der imheißen Straßenkampfe heranstürmende Soldat die Verwüstung ange-richtet. Noch tagelang hatten die dem Tode entronnenen Bewohnerdas Entsetzen davon in allen Gliedern. Eine alte Frau in einem Hansenächst der Franzensbrücke sagte, daß sie lieber gleich sterben wolleals dieKroaten" Wiedersehen; als man ihre Erlebnisse zu wissenverlangte, fing sie zu zittern an und winkte den Fragenden zurThüre hinaus:sie könne davon nichts Horen, noch weniger darübersprechen".

Die ganze Leopoldstadt bot den Anblick einer eroberten Stadt.In und vor den Häusern sah man die abenteuerlichsten Gruppen, dieWachtfeuer brannten dumpf und düster, die Soldaten lagen matt undmüde herum. Ueberall waren einzelne Posten ausgestellt, die allesauf's Korn nahmen was in ihre Nähe kam; wehe dem, der aufden Zuruf nicht Rede stand oder etwas verdächtiges am Leibe trug.Im Dunkel der Nacht zeigen sich zwei Männer in der Nähe desMosee'schen Kaffeehauses; sie werden angehalten, man findet Patro-nen bei ihnen, auf der Stelle werden sie niedergeschossen. Gleichdarauf kommt eine dunkle Gestalt zur Seite desgoldenen Lamm"zum Vorschein; es wirdhalt" gerufen und, da der Geforderte nichtstehen bleibt, geschossen; er stürzt nieder, Grenadiere laufen auf ihnzu; da sie ihn noch lebend finden, macht ihm einer durch einen Schußin die Brust den Garaus. Auch einem unglückseligen Gränzer, dessenRastelbindertracht die deutschen Soldaten in der Dunkelheit verken-nen, hilft seinZivio" nichts; er fällt von seinen Waffenbrüdern indie Brust getroffen. Wie viele Civilisten vom Vormittag dieses un-

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