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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
Entstehung
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270 H- 19. Eiuiiahnic der Lantslr.ißc und Leopoldsttidt, 28. Octobcr.

Blutes tauchte. Vou einem höheren Standpunkte ließ sich der ganzeschaurige Feuerkreis überschauen, der das in nächtliches Dunkel ver-sunkene Häusermeer umzüngelte und in seiner nächsten Umgebung be-leuchtete.Der Horizont in weiter Ausdehnung", sagt ein Beobach-ter vom Kahlenberg,zeigte ein so grelles Roth, wie ich es nur inder Nähe des Kraters bei Neapel bemerken konnte." Vom Stephans-thurm waren zwischen 6 und 7 Uhr Abends nicht weniger als sechs-nndzwanzig verschiedene Brandstellen signalisirt.

Die furchtbarste dieser Feuersbrünste machte das Odeon zur Ruine,diesenwahren Tempel der Freiheit", wie es Unterreiter nennt, dieStätte, die von den salbungsvollen Predigten des deutsch-katholischenPauli und von den zündenden Reden Tausenan's widerhallt hatte;mit furchtbarem Gekrache stürzte das kupferne Dach in die ausge-brannten Räume hinab, auf deren Boden es in den nächsten Tagenwie ein riesiger zusammengewühlter Teppich zu schauen war. Nichtweit davon stand die große Waggonfabrik Heindorf's, das Eckhausder Fuhrmannsgasse, in Flammen. Auch in den beiden Eckhäusernder Jägerzeile, in der langen Häuserreihe der Franzcnsalleegasse hattesich das verheerende Element noch nicht gesättigt; die Balken, diezeitweise herabstürzten, machten ein donnerähnliches Getöse, so daßselbst Officiere, schon todtmüde von dem tagelangen Kampf, auf-sprangen, weil sie eine neue Kanonade in ihrem Rücken zu hörenmeinten. Die inneren Räume des Gasthofeszur Nordbahn", dasanstoßende Maaren-Magazin des Spediteurs Regler und mehrereandere Häuser der Jägerzeile wurden vom Feuer stark beschädigt;alle ohne Ausnahme bis zur Kirche und theilweise noch darüber hin-aus trugen an der Außenseite die Spuren arger Verwüstung durchGeschütz- und Gewehr-Kugeln. In einem dieser Gebäude verlorder berühmte Anatom Hyrtl alles, was er nicht am Leibe trug. Erhatte den Verwundeten im Spital der Elisabethinerinen seine Pflegeangedeihen lassen; als er nach vier Tagen und Nächten ununter-brochener Mühe unter erbetener militärischer Bedeckung sich nachHause verfügte, seine blutigen Kleider zu wechseln, fand er an derStelle seiner Wohnung einen rauchenden Schutthaufen. Sein ganzesHab und Gut, seine Bücher und Manuskripte, seine mühevollen Prä-parate, viele kostbare, theils ihm theils der Universität gehörige In-strumente waren ein Raub der Flammen geworden.Ich bin Philo-