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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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866 H- 10. Einnahme der Landstraße und Lcapoldstadt, am 28. October.

Was den Operationen Namberg's wesentlich zu statten kam, war,daß am rechten Ufer des Donau-Canals Hartlieb rasch der Vollendungseiner Tagesaufgabe, entgegenging. Schon vor 4 Uhr zeigten sich,die Weißgärberhauptstraße heranfkommend, die ersten Granzer amRande des Glacis, die, von der Biberbastei mit Kanonen undKammerbüchsen beschossen, hinter dem Hauptzollamtsgebäude Stellungnahmen. Nicht lange darauf entwickelten sich die ersten Abtheilungenaus der Hauptader der Landstraße und fanden hinter den am Aus-gange des Wiener-Neustädter Canals aufgeschlichteten HolzstößenSchutz gegen das Feuer der Aufständischen von der Stadtseite her.Eine halbe Escadron Banderial-Husaren, die erste kaiserliche Cavallerie,die mau auf dem Glacis wieder zu sehen bekam, ritt zur Bedeckungder Geschütze Hartlieb's vor dem Juvalidenhause auf. Die Kanonenauf der Biberbastei waren durch ein paar wohlgezielte Schüsse derKaiserlichen bald zum Schweigen gebracht, während von der Laurenzer-Bastei bis zur eiubrechenden Dunkelheit, jedoch matt und unwirksam,gefeuert wurde. Auch in den Quartieren, die Zeisberg und Kargerzu bezwingen hatten, war gegen 5 Uhr N.-M. aller Straßcnkampfbeendet; das Thierarznei-Jnstitut an der rechten, das Münzgebäudean der linken Seite des Neustädter Canals wurden besetzt. Noch imeingebrochenen Abenddunkel wurde von den kaiserlichen Truppen dasSchwarzenbergische Palais unter lautem Hurrah in Besitz genommen;ihre Vorposten streiften längs der Wien bis in die Nähe des Poly-technicums. Die Bewohner der angränzenden Straßen gingen fried-lich zwischen den Gruppen der lagernden Soldaten herum; vieleäußerten unverhohlen ihre Freude, von der Angst vor dem Pro-letariats erlöst zu sein.

In der Jägerzeile nahten sich mittlerweile die Dinge ihrer Ent-wicklung. In den Gassen zu beiden Seiten der Praterstraße machtendie Truppen, während die Kanonade ununterbrochen fortdauerte, im-mer weitere Fortschritte. Ein Augenzeuge"") beschreibt uns dieKampfesweise der Gränzer, welche im Verein mit Ceccopieri-Jnfanteriedie Aufgabe hatten, die Lichtenauer- und Cernin-Gasse zu bewältigen.Ganz platt ans dem Bauch liegend, den Tornister als Brustwehrvor sich herschiebend, krochen sie gleich Schlangen gegen die Barri-.cade, um in wirksamerer Nähe ihren Schuß zu thun. Jeder Thür-winkel, jede Ecke, jeder Laternpfahl bot ihnen ein Deckungsmittel;