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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Fvrtschnttc auf der Laudstrasjc.

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jetzt ui wilder Flucht nach allen Richtungen zerstreuen. Was weiterhier vorging, war nicht Kampf mehr, sondern einfaches Besetzen undVorrücken; Hartlieb selbst stellte sich an die Spitze der Colvnne, derzwei Compagnien Sluiner unter Major Rcznicek als Reserve folg-ten. Ueberall zeigten sich weiße Fahnen aus den Häusern, derenBewohner, noch kurz zuvor von wilden Proletarier-Rotten bedrängt,die kaiserlichen Truppen als Befreier empfingen, Labsal jeder Artherbeitrugen und Unterkunft boten, die dem durch wochenlanges Lager-leben abstrapazirten Soldaten besonders wohl that. Die Führer derTruppen ihrerseits ließen es nicht an wohlwollender Ansprache undVersicherungen fehlen: ,,man komme nicht die Freiheit zu untergra-ben, sondern den Bürger vor Gesetzlosigkeit und Verzweiflung zuretten" 'b'). Die letzte Barricade der Hauptstraße in der Nähe desJnvalidenhauses hatte keine Vertheidiger mehr.

19.

Zwischen 2 und 3 Uhr N-M. war vom Banns die Meldungim kaiserlichen sjauptqnartier eingetroffen, daß eine Vorrückung derUngarn wahrzunehmen sei und General Ottinger seine Vortrnppennäher an die Fischa habe heranziehen müssen. Eine Aufgabe derschwierigsten Art trat jetzt an den kaiserlichen Oberfeldherrn heran.Vor sich eine ausgedehnte Stadt mit einer Bevölkerung von einerhalben Million, welche, in die Netze eines bewaffneten Aufstandes ver-strickt, eine nur durch Aufbietung imposanter Mittel zu bändigendeKraft des Widerstandes entfaltete, und in der Flanke ein heran-rückendes feindliches Heer, das, wie verschieden auch die Angabenüber dessen Stärke lauten mochten, jedenfalls bei weitem jenen Ab-theilnngen der kais. Armee überlegen war, die ihm gegenüber augen-blicklich zur Verfügung standen. Zog Windischgrätz, um Moga dieSpitze zu bieten, die Belagerungstruppen in Masse aus ihren Stel-lungen, so lief er Gefahr, alles wieder zu verlieren, was bisher nachheißen Kämpfen, mit nicht unbedeutenden Verlusten erstritten wordenwar, und er behielt zugleich einen Feind in seinem Rücken, der bei