Besitznahme der Stern-Barncade durch die.Truppen.
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dreifachen Ringe, der Kanonenblitze, des Pulverdampfes und der baldhier bald dort hervorbrechenden Fenersäulen, umschlossen. Durch dieLuft beschrieben die verschiedenen Geschosse brummend, pfeifend, zischendihre unheildrohenden Bahnen und fielen krachend mitunter bis in dieStadt oder zerplatzten ober dem Glacis im Fluge. Dazu das Ge-tümmel in allen Vorstädten, der Donner des Geschützes, das Geknatterdes Musketenfeuers, das Heulen der Sturmglocken von allen Thür-men, das Wirbeln von hundert Alarmtrommeln, das dumpf hindnrch-dringende Geschrei der Kämpfenden und Fliehenden, „ein Chaos vonTönen, das keine Feder zu schildern vermag"''''). Man nahm vomStephansthurm deutlich den Gang des Gefechtes in dem meilenweitenUmkreise wahr. Man sah, wie sich die Truppen ans allen Punktenimmer mehr den Linien näherten, wie sich an mehreren, namentlichbei der Hundsthurmer und MatzleinSdorfer, die Kämpfe innerhalbder Umfangswälle hineinzogen, wie sich die Truppen vom Augartenund Tabor, von St. Marx und vom Erdberg her schon tief in dasHerz der Leopoldstadt, der Landstraße und der Weißgärber Bahn ge-brochen hatten. Nur da, wo man sich vor allem ans einen entschie-denen Angriff gefaßt machen konnte, am Ende der Jügerzeile blieballes noch in gemessener Entfernung. Seit eilf Uhr donnerten, wievon den andern Punkten, vom Nordbahnhof und aus dem Praterdie Geschütze; aber noch immer war keine Bewegung von Truppenwahrzunehmen, deren Thätigkeit sich auf die Bedienung der Kanonenzu beschränken schien.
Endlich, die zweite Nachnüttagsstunde war vorüber'^), aus denbeiden Eckhäusern ani Ansgange der Praterstraße schlugen die HellenFlammen heraus, fast die ganze Praterseite der FranzenSalleegassestand in fortwnhlendcm Brand, gegen die Barricade der Jranzens-brücke donnerten noch zeitweise die Geschütze der Brigade Gramont:da bewegten sich die Bürenmützen des Grenadierbataillons Strastii,ihren Commandanten an der Spitze, gegen die Stern-Barricade heran.Das Bollwerk wurde in wilder Flucht von ihren Vertheidigern ver-lassen; nur auf einem kleinen Schimmel ein betrunkener Trompeter, denidie Beine fast zur Erde reichten, blies aus Leibeskräften Sturm. Dererste Schrecken wirkte so ansteckend, daß selbst hinter der zweitenBarricade, bei der Johanneskirche, eine fluchtähnliche Verwirrung ein-riß, bis die Reitgerte Bem's, womit er den Ersten, der ihm in den