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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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II 17. Bicrmldzwaiizigstündige Waffenruhe, 27. October.

Nahrung genossen. Abgeschmutzt und voll Koth, mit abgerissenen' Kleidern, ohne Kopfbedeckung,, mit zerzaustem Haar und verstörtenGesichtszügen wurde er von einigen Garden in Empfang genommenund auf die Bezirkswache der Leopoldstadt gebracht, wo er mit Heiß-hunger über die ihm gereichten Nahrungsmittel herfiel. Es war einscheußlicher Anblick.

Spät Abends griff in der Umgebung des Schütte! das Feuervon neuem um sich. Dem Hintergebäude der Türkischen Kappen-Fabrik entströmten dicke Rauchwolken, aus denen bald Flammen her-vorbrachen und den reich mit Bauholz gefüllten ZimmermannsplatzWisgrill's erfaßten. Spritzen eilten herbei; doch das bewaffneteGesindel in der thierischen Freude seiner Zerstörungswuth trieb dasLösch-Personale und die Feuer-Commission mit Flintenschüssen zurück.Ein Leopoldstädter Bürger eilte in den Gemeinderath:wenn diesernicht Hilfe zu schaffen wisse, würden die Garden die Mobilen imRücken angreifen und sich mit Gewalt den Weg zu den Brandstättenöffnen". Die Stadtbehörde wandte sich an Messenhauser, der dengemessenen Befehl an die Mobilen erließ, die Spritzen durchzulassen.Doch schon war Bem an Ort und Stelle. Mit einem Adjutantenan seiner Seite kam er in seinem Wägelchen zur Franzensbrücke ange-rollt, schritt über sie auf das andere Ufer und befahl alle Anstren-gungen zu machen, das Feuer zu löschen. Anfangs getraute sichniemand in die Nähe des Militärs. Doch Bem sagte:Ich glaubenicht, daß man wird schießen auf uns; lassen Sie aber die Waffenmitnehmen; man kann nicht wissen." Nun wurde rasch Hand ange-legt. Von den Gränzern in der Dampfmühle und im Prater geschahnichts, was dem Löschungswerk bedrohlich scheinen konnte. DieLeopoldstädter Nationalgardeu, ihre Officiere voran, arbeiteten ausLeibeskräften; viele sanken ohnmächtig vor Anstrengung zu Boden,mehr als einer büßte seinen opferwilligen Eifer mit einem Leck anseiner Gesundheit. Bem ließ unter die Ermüdeten Wein und-waaren austheilen. Gegen 2 Uhr Nachts, wo man des Brandesschon zu einem großen Theile Herr geworden, entfernte er sich. Ganzgelöscht wurde das Feuer erst am Morgen des 28., wo die Spritzenabzogen, um bald andere Arbeit zu bekommen'^).