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II. >7. Vicruudzwaiizigsliindige Waffenruhe, 27. Oktober.
Im Augarten verschanzten sich die kaiserlichen Jäger hinter Ver-hauen aus gefällten Bäumen; von Seite der Aufständischen wurdedie Reiter-Caserne am Donau-Canal, wo zuletzt die berittenen Kra-knsen ihre Unterkunft hatten, geräumt. Den Verkehr über die kleineDonau hatte das Militär hergestellt, so gut es eben anging; nebender niedergebrannten Eisenbahnbrücke war eine hölzerne Nothbrücke,neben der nur theiiweise zerstörten Fahrbrücke ein Steg geschlagen,den der Mann nur einzeln passieren konnte. Weiter aufwärts unter-hielt die große Pontonbrücke ober Nußdorf die Verbindung zwischenFloridsdorf und dein rechten Donanufer. In dieser Gegend lebteman seit der engern Einschließung der Stadt fast wie im Frieden.General Parrot gestattete die Benützung der Brücke auch zum ge-wöhnlichen Verkehr; sie lag auf fünfzig Pontons und war so breit,daß zwei Wagen bequem nebeneinander fahren konnten. Die Truppenim Prater wurden im Laufe des Tages ansehnlich verstärkt. DerBrigade Gramont sandte Jelacik die Grenadier-Bataillone des Ge-nerals Frank nach, die nordwärts von jener aufmarschirten; ihr rechterFlügel lehnte sich an die Militär-Schwimmschule im Kaiserwasser.Die Verbindung zwischen den Truppen des Banns und jenen derBrigade Wyß war nun vollständig hergestellt; die Leitung der bevor-stehenden gemeinsamen Operationen aller dieser Trnppenkörper wurdedem F.-M.-L. Namberg übertragen. Vom St. Stephansthurm nahmman die Verminderung der Truppenzahl am rechten Canal-Uferwahr; doch der Hinübermarsch der Grenadier-Bataillone Frank's inden Prater war den Beobachtern entgangen, die sich daher die Sachenicht anders zu erklären wußten, als durch die schon am vorigenTage erwartete Annäherung der Ungarn.
Doch lief der Tag nicht ohne mancherlei Geplänkel ab, dasüberall von den Aufständischen ansging und von den Truppen nurspärlich erwiedert wurde. Von der Haupt-Barricade der Taborstraßewurde zeitweise aus Geschütz und Gewehr auf das Militär gefeuert.Fröbel hielt mit seiner Elite-Compagnie die Barricade an der Mün-dung der Stadtgut- und der Fuhrmannsgasse besetzt; steirische Scharf-schützen waren im anstoßenden Eckhaus (Nr. 386) postirt, aus dessendrittem Stockwerk sie auf jeden Kaiserlichen anlegten, der sich drübenblicken ließ; „der liegt!" hieß es dann regelmäßig, wenn ein wohl-gezielter Schuß gefallen war. Eine zweite kleinere Barricade befand