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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
Entstehung
Seite
236
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ZZg II. >7. Bicriludzwaiizigslimdigc Waffciirube, 27. October

geheure Verantwortung, die er durch Eitelkeit und Ehrgeiz verleitetauf sich geladen, mochte sich dann in seine Gedanken drängen, derenpeinlichem Wühlen er in wüsten Orgien zu entrinnen suchte. AmAbend des 20., da noch Kampf und Brand am DonamCanal wütheten,eröffnete er in der Stallburg, wie Dunder versichert, umgeben vonlustigen Dirnen und Cumpanen, einen Feldzug gegen eine BatterieChampagner-Flaschen^). Dabei sah er sich auf allen Seiten vongeheimen Feinden umgeben. Fenneberg mit seinem Anhang arbeitetefortwährend an seinem Sturz. Am 27. erschienen Becher und Jellinekan der Spitze einer aus Garden und Studenten bestehenden Depu-tation in der Stallburg und richteten an Fenueberg die Frage, ober nicht meine, daß Messenhauser auf Verrath sinne oder sich dessenWohl sogar schuldig gemacht? Fenneberg gab zur Antwort:Wissent-lich würde Messenhauser keinen Verrath begehen; doch Umstände,deren Tragweite er nicht zu erfassen vermöchte, würden den schwachenMann vielleicht znm Verräther machen, ohne daß er es selbst ahnte."Sie drangen in ihn, sich durch einen Gewaltstreich des Ober-Com-mandos zu bemächtigen; doch er beschwichtigte sie in zweideutigerWeise.

An den Straßenecken war jetzt Fenneberg's Name noch häufigerzu lesen als der Messenhauser's. Die Placate des Ober-Cvmman-danten waren breit und langathmig, man nahm sich bei der rastlospulsirenden Aufregung kaum die Zeit sie zu lesen. Was dagegender Chef der Sicherheitsbehörds wollte, war kurz und klar gesagt;man hatte im Augenblick weg, wie er es meinte. Hatte Windischgrätzalle Hausbesitzer gewarnt,die Thore und Fenster während desKampfes geschlossen zu halten, um das Eindringen von Bewaffnetenzu verhindern", so gebot Fenneberg,im Falle wieder eintretendcnKampfes, bei Vermeidung augenblicklicher standrechtlicher Behandlungder Dawiderhandelnden, alle Thore und Fenster sogleich zu öffnen".An alle Vorstadtgemeinden erging der Befehl, überall, wo es noch nichtgeschehen, das Straßenpflaster anfzureißen, um die Wirkungen derGranaten unschädlich zu machen. Dann wieder verlangte er:Vonacht Uhr Abends an ist der erste Stock sämmtlicher bewohnten Hauserin der innern Stadt bei Vermeidung strenger Ahndung zu beleuchten."Unterdessen ruhte die Münnerpresse keinen Augenblick; das ganzeGesindel der Stadt arbeitete dabei mit. Hier sieht man Weiber,