Capitulation ober Fortsetzung des Kampfes?
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wie konnte man mit ihnen auf eine Linie die Mörder Latour's stellen,die zudem, wenn man sie hatte, nicht an den Fürsten Windischgrätzauszuliesern, sondern an das Wiener Strafgericht abzugeben waren,weit es am 6. October, wo das Verbrechen begangen worden, nochkeinen Kriegszustand gegeben? Wie vollends der schreibselige Schüttezu der Ehre kam, unter den gefährlichsten Persönlichkeiten der Stadtgenannt zu werden, wußte man sich gar nicht zu erklären. Er hattesich allerdings in den März- und Mai-Tagen bemerkbar gemacht;allein in der zweiten Hälfte Octobers war so wenig von ihm zu hö-ren, daß man vielfach meinte, er habe Wien schon seit längerer Zeitverlassen. Im Gegentheile, manche hatten ihn im Verdacht, daß erim Sold der Reaktion stehe, und glaubten jetzt im vollen Ernst,Fürst Windischgrätz verlange dessen Auslieferung nur darum, um ihnin Sicherheit zu bringen. Andrerseits war es unverkennbar, daßgerade diese Forderung, von der Windischgrätz nicht ablassen zu kön-nen bei jeder Gelegenheit erklärte — es hatte sich im Laufe des 26.eine neuerliche Deputation des Gemeinderathes lBrodhuber, Watzdorf,Freund) in Hetzendorf eingefuuden —, das vorzüglichste Hindernißbildete, das sich den Bestrebungen der Friedenspartei entgegenstellte.Ueber das bloße Gerücht, daß der Gemeinderath den Do. Schüttedem Feldmarschall ausliefern wollte und daß sich Do. Chaises frei-willig als Geißel erboten habe, entstand unter den bewaffnetenHaufen die gewaltigste Aufregung, und war das Gebäude, wo dieKörperschafts-Versammlung berieth, von drohenden Volkshaufeu um-lagert, die sich erst dann zerstreuten, als ihnen die Versicherungwurde, daß an jenem Gerede nichts wahres sei'").
So konnte die eingeschüchterte Bevölkerung Wiens am Morgendes 2i. nicht dem heißersehnten Ende aller Aengsten und Nöthen,sie mußte vielmehr einer noch furchtbareren Erneuerung der Gräuel,die sie am gestrigen Tage erlebt, zitternd entgegensetzen Zwar kann-ten nur wenige den Inhalt einer beim Ober-Commando eingetroffe-nen Proklamation des Fürsten Windischgrätz, worin er erklärte, ,,daßihm nichts übrig bliebe, als nunmehr die Gewalt der Waffen ein-treten zu lassen; es habe von jetzt an niemand Schonung zu erwar-ten, der mit den Waffen in der Hand angetroffen werde, und jedesHaus, aus dem auf seine Truppen Schüsse fielen, solle der Zer-störung preisgegeben werden". Denn niemand in der ganzen Stadt