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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
Entstehung
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Kämpfe aus der Westseite der Stadt.

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Hüller rückte, ohne ein Commando abzuwarten, gegen sie vor, wurdeaber mit einem so verheerenden Feuer empfangen, daß sie von ihremBorhaben ablassen mußte. Nun begannen die Geschütze zu spielenund die Stätte gottgeweihten Friedens wurde eine gräulicher Ver-wüstung. Grabsteine stürzten zusammen, die schönsten Statuen ver-loren Kopf und Gliedmaßen, Kugeln wühlten die rasenbedeckte Hüllesorgsam gepflegter Gräber auf. Von neuein rückten die Khevenhüllerund eine Compagnie Stephaner vor und drangen theils durch dieBreschen, theils durch Oesfnungen, die ihnen die Axthiebe ihrerZimmerleute bahnten, theils über die Mauer kletternd, in den Fried-hof ein, dessen Fläche sich jetzt mit frischen Leichen bedeckte. DieMehrzahl der Vertheidiger ergriff die Flucht gegen Neu-Lerchenfeld,eine Strecke weit verfolgt von den siegestrunkenen Stürmenden, bisdiese durch das Feuer der Wallgeschütze zurückgetrieben wurden.

So sehr man sich in der Stadt und in den Vorstädten seit dem23. an das fast unaufhörliche Schießen gewöhnt hatte, so andauernd,so heftig und so von allen Seiten wie am heutigen Tage hatte manes noch nicht vernommen. Zwar manchem muthwilligen Taugenichtsdiente der ganze Hölleuspectakel nur zur Erlustigung. Mitten imärgsten Feuer rissen sie ihre derben Witze. Der Flug und Ton derverschiedenen Geschosse, des Kleingewehrfeuers, der Kanonenkugel, derKartätsche, bot ihnen Gelegenheit ihr Nachahmnngstalent zu prüfen,und Robert Blum mußte sich, so unbehaglich ihm zu Muthe war,halbtodt lachen, als einer seiner Leute sich auf den Boden warf undzischelnd unter fortwährenden Purzelbäumen fortwälzte, wie eineMusketenkugel es mache. In Fünfhaus schlug eine Granatenkugelhinter einer Nothschanze ein und zertrümmerte alle Geschirre, welchedie Mobilen mit den besten Theilen eines erschossenen Pferdes umein großes Wachtfeuer herum gestellt haben; voll Wuth über dieDummheit^ das Geschoß gerade daher zu richten, rennen Einigezu den Schießscharten der Barricade, schneiden Gesichter und drohenmit den Fäusten auf die Soldaten hinüber. Doch die große Mehr-zahl der Vertheidiger war nicht so munter gelaunt. ZunehmenderErnst und Besorgnis, wohl auch Ermüdung und Abspannung mach-ten sich bemerkbar. Viele kamen Tag und Nacht nicht aus demDienste; wurden sie an der Linie abgelöst und in die Stadt zurück-

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