224 II. 16. Allgemeine Vorrückung der Armee am 26. October.
Brandlegung zu zerstören. Nachmittag brachte Blum eine Abtheilungvom Corps d'Elite aus der Stadt zur Verstärkung
Auf der Westseite der Stadt gab es allenthalben Kämpfe oderdoch Geplänkel und Kanonade. Bei der Nnszdorfer Linie war dasGeschützfeuer so stark, Vollkugeln fielen in die Dächer, Kartätschenmit ihrem unheimlichen Pfeifen sausten durch die Luft, daß in dendem Walle zunächst gelegenen Straßen von der bloßen Lufterschütte-rung nicht eine Fensterscheibe ganz blieb; die Mautgebäude wurdenzerstört, das neue Eckhaus, in welchem Bem vom 23. zum 24. einpaar Stunden geruht hatte, war fast dem Einsturz nahe. Bei der Matz-leinsdorfer Linie unternahmen die Aufständischen einen Ausfall, wur-den aber von den Truppen der Brigade Colloredo mit blutigenKöpfen zurückgewiesen, worauf eine Kanonade gegen den Wall undden anliegenden Stadttheil eröffnet wurde. Am hitzigsten ging esvor der Mariahilfer und Lerchenfelder Linie zu. Hier waren nochauf der einen Seite Fünfhaus, Sechshaus, Rustendorf und Braun-hirschengrund, auf der andern das wirlhshausberühmte Neu-Lerchen-feld in den Händen der Aufständischen, obgleich Abtheilungen der-selben, so nam'eutlich die meisten Garden von Fünf- und Sechshaus,am Tage zuvor in die innere Stadt abgezogen waren, wo sie bessereDienste leisten zu können meinten als in ihren offenen Ortschaften.Vorwärts von Hetzendorf, das jetzt das Grenadierbataillon Chmiel-nicki besetzt hielt, befanden sich die Bataillone Koch und Rattay inSchönbrunn, wo eine Anzahl Hofdienerschaft und Personen des Hof-staates zurückgeblieben war. Die Ofstciere bewohnten Zimmer imErdgeschosse des kaiserlichen Lustschlosses und speisten aus der kaiser-lichen Küche; die Mannschaft erhielt täglich Wein und Brod ansKosten des Hofes. In Breitensee und Umgebung lagen die TruppenChizzola's, der Vormitttags den die Gegend weit umher beherrschen-den Rücken der Schmelz besetzen ließ, während ein Theil seiner Ge-schütze von Ottakring aus die Kanonen der Aufständischen auf dennahen Linienwällen aufs Korn nahm. Der Schmelzer Friedhof,zwischen Neu-Lerchenfeld und Fünfhaus an der um den Linienwallführenden Straße gelegen, war von Garden und Mobilen stark be-setzt, denen die Umfrieduugsmauer, die Denkmale und Gebüsche guteDeckung boten. Die kaiserlichen Truppen brannten vor Begierde,ihren Gegnern das Handwerk zu legen. Eine halbe Compagnie Kheven-