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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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II. 16 . Allgemeine Vorrückung der Armee am 26 . October.

Truppeuabtheilung in die Hände. Bereits war die Taborlinie inder Gewalt der Kaiserlichen. Eine Compagnie Fürstenwürther passirtedie Straße, drang in den Nordbahnhof, besetzte die Gebäude desselben,von den Bewohnern mit Tücherschwenken und freudigem Zuruf em-pfangen und warf die Aufständischen, trotz ihres lebhaften Fenerns,aus der der Jägerzeile zugekehrten Einfassung hinaus; eine im Sturm-schritt herbeieilende Compagnie Schönhals kam als Verstärkung nach.Es mochte 10 Uhr V.-M. sein, als dieser Theil der Leopoldstadt biszum Ausgang der großen Stadtgut- und Fuhrmannsgasse in den^ Händen des Militärs war. Der Punkt, wo jene beiden Straßen in

E die Augartenallee münden, war mit einer mächtigen Barricade abge-

A sperrt, dem Nordbahnhofe gegenüber lag die Stern-Barricade; von

beiden wurde ein unausgesetztes Geschütz- und Musketenfeuer gegendie kaiserlichen Truppen unterhalten. Die schnell herbeigezogeneSappeurcompagnie des Hanptmanns Plaminger warf mitten im Kugel-regen ein Bollwerk aus Wollballen und Getreidesäcken auf, hinterwelchem sechs Zwölfpfünder auffuhren und den Ausgang der Jäger-zeile mit Vollkugeln und Granaten beschossen. Auch in der benach-barten Taborstraße donnerte es bereits mit Macht; der erste Sechs-psünder traf in ein Eckhaus (Nr. 670, Schawel?) und ein Regenvon Glasscherben und Mauerwerk überschüttete die Nächststehenden,von denen viele leichte Verwundungen davontrugen. Fast noch mehrjedoch als von den Geschossen des Militärs litten die Aufständischen vonihren eigenen schlecht bedienten Kanonen, deren Kugeln mehr alseinmal, statt die gegenüberstehendeu Truppen zu treffen, in die zubeiden Seiten der Straße gelegenen Häuser einschlugen.

Mit gleichem gegenseitigen Eifer wurde südlich au beiden Uferndes Douaucauals gefeuert. Während Gramont seine Truppen durchden untern Prater aufwärts führte, vorausgesandte Abtheilungenvom L.-W.-B. Stephan und von Serezanern die Auen von versteckthinter Bäumen und in Bodensenkungen lauernden Mobilen säuberten,mehrere derselben gefangen nahmen, die andern in die Flucht jagten,ließ Oberst Heller gegen die Erdberger Linie eine Raketen-Batterieaufführen, die aber, von den aus gedeckter Stellung feuernden Ge-schützen der Aufständischen auf's Korn genommen, wieder zurückgezogenwerden mußte. Mittlerweile war Gramont bis auf die Jesuitenwiesevorgerückt, von wo er, um sich der Aufstellung Wyß' zu nähern, das